ängste können im leben des hundes jederzeit entstehen, selbst wenn der hund nicht grundsätzlich unsicher oder ängstlich ist.
wiederholte schlechte erfahrungen mit einer situation oder selbst einzelne schreckerlebnisse können dazu führen, dass sich beim hund angst festsetzt.
die folge: die angst wird rasch größer und schlimmer.
allerdings ist das nicht bei allen hunden so.
manche stecken eine negative erfahrung locker weg,
andere brauchen eine weile, um das zu verarbeiten
und bei einigen reicht eine einzige begebenheit für heftige angst und ewiges meideverhalten.
woran liegt das?
einerseits natürlich am hund.
soll heißen an seinem nervenkostüm ganz allgemein
und an seinem individuellen sicherheitsgefühl,
also seiner überzeugung, mit allem im leben schon irgendwie klar zu kommen.
(dazu kann man übrigens einiges beitragen, was wir demnächst im neuen webinar „schritt für schritt zum souveränen hund“ besprechen werden, zu dem du dich gleich hier anmelden kannst (kostenlos):
andererseits liegt es auch an deiner reaktion.
die kann darüber mit darüber entscheiden, wie leicht oder schwer dein hund die sache verarbeiten kann.
unsere menschlichen reflexe sind dabei manchmal hinderlich.
bewegung hilft
erschrickt sich der hund, setzt unser beschützerreflex ein.
wir wollen dem hund so viel geborgenheit und schutz vermitteln wie nur möglich.
wir halten ihn, trösten ihn, packen ihn ins auto, in die box oder einen anderen geschützten ort –
mit bester absicht, aber nicht immer mit bester wirkung.
salopp formuliert kann sich so nämlich die angstreaktion im körper besser festsetzen,
einerseits auf körperlicher und muskulärer ebene – der hund hat ja eine angsthaltung eingenommen und die muskulatur verspannt –
andererseits im gehirn, wo schock und traumatische erlebnisse entweder „einfrieren“ oder „durchlaufen“ können.
(man verzeihe mir die unwissenschaftliche formulierung).
still halten ist daher oftmals die falsche reaktion.
in bewegung bleiben hilft besser.
natürlich kein wildes rennen, aber leichte bewegung und langsames gehen ermögliche dem hund in aller regel,
das erlebte besser zu verarbeiten und sich wieder etwas zu entspannen.
entspannte stimmung
entspannung ist das zweite hilfsmittel, das dabei hilft,
aus einem negativen erlebnis keine angst entstehen zu lassen.
je rascher sich der hund nach dem erlebnis wieder entspannen kann,
je lockerer es gleich danach zugeht, desto besser.
das ist nun normalerweise nicht das, was in so einem moment automatisch passiert.
es erschrickt sich ja nicht nur der hund, sondern auch der mensch.
der hund will flüchten oder geht gar nach vorn,
den menschen stresst beides gleich nochmal zusätzlich.
wenn nun aber der mensch anspannung, stress und sorgen ausstrahlt,
(oder dem hund das über die stimme beim vermeintlich beruhigenden zureden vermittelt)
nimmt der hund das als bestätigung dafür, dass die situation tatsächlich gefährlich ist und ängstigt sich noch weiter.
je ruhiger und entspannter der mensch reagiert, je souveräner und gelassener wir bleiben,
desto leichter kann der hund das geschehene als kleines hoppla einordnen statt als dramatisches ereignis.
was auch hilft: dem hund rasch nach dem schrecken – so bald er eben wieder gut ansprechbar ist – die möglichkeit zur entspannung zu geben.
je nach den vorlieben des hundes kann das rumschnüffeln und gezielte suchaufgaben sein,
ruhige geschicklichkeitsübungen oder eine kleine denkaufgabe.
lerngelegenheiten
ob aus einem negativen erlebnis eine angst entsteht, hängt nicht zuletzt davon ab,
welche erfahrungen der hund bislang mit dieser situation gesammelt hat –
und welche er danach sammeln kann.
ist der hund schon hunderte male skateboards begegnet und es war nie schlimm,
verkraftet er das eine, das ihm fast über die pfoten gefahren wäre oder das besonders laut und nah vorbei zischt, natürlich leichter,
als wenn die schlimme begegnung seine erste war.
nur können wir leider die vergangenheit nicht beeinflussen.
wir können dem hund aber zumindest die möglichkeit geben,
in der zukunft positive erfahrungen zu machen.
wenn das eine „böse“ skateboard von vielen netten, harmlosen oder sogar positiven skateboards gefolgt wird,
dann können wir dem entstehen von ängsten entgegen wirken –
vorausgesetzt wir schaffen bedingungen, in denen der hund die begegnung tatsächlich als harmlos erleben kann.
(sprich: abstand, positive bestätigung, entspannte umgebung….)
unser natürlicher reflex, die dinge zu meiden, vor denen der hund sich erschreckt hat, hilft uns da nicht weiter.
vermeiden ist natürlich besser, als den hund ungefiltert weiteren begegnungen auszusetzen, die ihn wieder ängstigen.
wichtig ist aber, ihm lerngelegenheiten zu bieten und erkennen zu können,
dass das böse ding von dem einen negativen erlebnis gar nicht auf immer böse bleiben muss.
fazit
je sicherer und souveräner ein hund ist und je mehr positive erfahrungen er im leben gesammelt hat,
desto leichter steckt er ein erschrecken oder eine schlechte erfahrung weg.
ganz geschützt ist er davor aber nie.
daher ist es wichtig darauf zu achten, dass aus dem einen schreckerlebnis keine tiefsitzende angst wird.
und dafür kann der mensch mit etwas umsicht ganz gut sorgen.

