ob man dem hund auch wirklich gerecht wird, ist eine große sorge von vielen – vor allem engagierten hundemenschen.
wenn es gar noch der erste hund ist oder ein hund, der aufgrund seiner themen bestimmte ansprüche an seine menschen stellt,
beschäftigt sie die frage umso mehr.
kein wunder.
zur eigenen unsicherheit, kommt die große flut an infos und meinungen aus sozialen medien, von bekannten oder aus ratgebern.
nur zu leicht entsteht dabei der eindruck, man macht vieles verkehrt,
man schafft gar nicht alles, was da empfohlen wird (was physisch nicht mal möglich wäre)
und man ist nicht der perfekte hundemensch, der man für seinen hund gern wäre.
übrig bleiben schuldgefühle, sorgen und verunsicherung.
schauen wir uns also mal an, was der hund wirklich braucht
1. passende beschäftigung
ganz oben auf der liste der sorgen steht die frage, ob der hund auch genug beschäftigung bekommt.
dabei brauchen hunde eigentlich gar nicht so viel.
jedenfalls keine dauerbespaßung.
der durchschnittliche gesunde hund braucht:
– genügend schlaf und ruhe (18 bis 19 stunden pro tag)
– einen vernünftigen spaziergang jeden tag (ein bis zwei stunden, je nach hundetyp)
– erkundungsmöglichkeiten und geistige auslastung
die häufigsten fehler sind dabei zu viel bewegung – kein hund braucht täglich 3 oder 4 stunden bewegung –
und zu wenig auslastung für den kopf – wenn schnüffel- und denkspiele zu selten stattfinden oder viel zu einfach sind.
(tipps dazu, wie nasenarbeit hundegerecht aufgebaut und richtig gestaltet wird, gibt es demnächst im neuen (kostenlosen) webinar „profi tipps für schnüffelnasen„, für das du dir gleich hier deinen platz sichern kanns:
2. sicherheit
während die beschäftigung und auslastung des hundes häufig thema sind,
kommt ein anderer mindestens genauso wichtiger aspekt oft zu kurz:
die emotionale und soziale sicherheit des hundes.
gemeint ist damit vor allem:
– eine stabile und sichere bindung zu seinem menschen
– schutz vor übergriffen und überforderung
– ein lebensumfeld ohne druck, „korrekturen“ oder stress
das paradoxe ist nun: je mehr man sich sorgen macht, dem hund nicht gerecht zu werden,
desto eher geht das zulasten seiner emotionalen und sozialen sicherheit.
weil man einerseits zu sehr auf die beschäftigung fokussiert und damit überforderung oder stress schnell mal übersieht,
und andererseits weil die eigenen sorgen für anspannung und stress bei einem selber sorgen
und sich der stress auf den hund überträgt und den sozialen rückhalt schwächt.
von weniger sorgen und einem entspannten, verantwortungsbewussten umgang würde also auch der hund profitieren.
doch wie wird man seine sorge los, dem hund nicht gerecht zu werden?
3. ent-sorgen
vorhandene sorgen sollten zum anlass genommen werden, die sache genauer anzuschauen.
worum sorgt man sich und was steckt dahinter?
der erste schritt ist information.
denn nicht wissen, was der hund braucht, kann natürlich anlass zur sorge sein.
also informationen einholen (und sich dabei für eine „richtung“ des umgangs mit hunden entscheiden)
und ggfs. eine fachkundige beratung in anspruch nehmen.
als zweites kommt die überprüfung.
wie schaut der alltag des hundes aus im vergleich zu dem, was man nun weiß, das er brauchen würde.
stellt man dabei defizite fest, kann man jederzeit was verändern, die bedingungen anpassen, so weit wie das eben möglich ist.
(wenn etwas völlig unmöglich ist, bringt es auch nichts, sich deswegen sorgen zu machen).
bleiben trotz allenfalls notwendiger veränderungen immer noch ein schlechtes gewissen oder das gefühl, dem hund nicht genug zu bieten, dann stellt sich die frage, woher dieses gefühl kommt.
nicht selten ist das gefühl „ich bin nicht gut genug“ im leben an anderer stelle oder aus vergangenen erfahrungen vorhanden und wird dann auf den hund übertragen – obwohl mit dem leben des hundes alles passt.
wenn man die sorgen nicht einfach loslassen kann und die eigene anspannung bleibt, ist vielleicht auch fachkundige unterstützung für den menschen angesagt. und sei es dem hund zu liebe…

