rückwärts richten leicht gemacht: wie dein pferd die übung lieben lernt

rückwärts richten macht für dein pferd ja erst mal keinen sinn, wenn vor ihm völlig freie bahn ist. es muss also erst zwei dinge lernen:

  • was du überhaupt von ihm willst, also das signal und wofür es steht
  • dass es sich lohnt, weil nämlich dafür lob und belohnung kommen (anfangs jedenfalls).

am besten fängt man damit erst mal vom boden aus.

dann kann nämlich nicht verkehrte info von einem nicht ganz so optimalen reitersitz oder gar ziehen am zügel das ganze durcheinander bringen.

damit das rückwärts gehen sinn macht (wie in diesem blog beitrag erläutert) braucht das pferd dafür die korrekte körperhaltung, nämlich
– entspannt
– kopf tief (also auf buggelenkshöhe)
– rücken frei und aufgewölbt
– gewichtsaufnahme über die hinterhand

nur dann hat die übung gymnastischen wert und bringt dein pferd besser auf die hinterhand.

das setzt auch etwas beim menschen voraus!

du bist selber ruhig und entspannt!
denn wenn du dich ärgerst oder zuviel druck aufbaust, schüchterst du dein pferd ein oder stresst es sogar, und dann geht unweigerlich der kopf hoch. alles kaputt 🙂

 

rückwärts richten in 3 schritten

schritt 1: bring dem pferd mal bei, worum es eigentlich geht

  • stell dich frontal vor das pferd und mach dich dabei ein bisschen groß, wenn nötig. so ist der weg nach vorne versperrt.
  • drück sachte an der brust, zwischen halsansatz und vorderkante des chulterblatts ist eine stelle, die sich gradezu anbietet dafür, die suchst du dir dafür.
  • der führstrick oder zügel bleibt dabei völlig locker, wichtig!
  • erhöh den druck an der brust solange, bis dein pferd das gewicht einen kleines bisschen nach hinten verlagert. das ist der richtige anfang! sofort loben und mit leckerli belohnen (außer dein pferd reagiert auf leckerli super schlecht)
  • wiederhol das ganze ein paar mal, bis das pferd auch mal ein bein hebt und nach hinten setzt. super!
    die bewegungsrichtung hätten wir mal geklärt.

schritt 2:  zeit, die ersten paar schritte rückwärts zu gehen

  • gib wieder dein signal an der brust und warte, bis das pferd ein bein nach hinten bewegt hat, sofort loben/belohnen. und 2 – 3 mal wiederholen (damit kommt dann nämlich auch das andere vorderbein mal dran)
  • ab jetzt gibst du das signal an der brust nur noch, um die rückwärtsbewegung einzuleiten und wenn die mal begonnen hat, ist deine hand nicht mehr an der brust – lass dein pferd einfach erst einen, dann mehrere schritte retour gehen, dann loben/belohnen.
  • dann erhöhe deine anforderung: gib dein signal an der brust und warte bis das pferd 2 schritte rückwärts gemacht hat, bevor du es wieder lobst/belohnst.
  • steiger das allmählich, bis dein pferd wirklich ein paar schritte ruhig und entspannt (!) rückwärts geht und sich dann auf dein lob und die belohnung freut.
  • zusatztipp: lass dein pferd ein paar schritte rückwärts machen, dann gib euer signal für stopp/anhalten und erst dann loben und belohnen, damit dein pferd auch weiss, wann genug ist und nicht dein loben zum eigentlichen schluss-signal wird.

 

schritt 3:  das stimm-signal für den retourgang einführen
(du willst ja nicht bis an euer ende erst auf die brust drücken müssen 🙂 )

  • leite das rückwärtsgehen nun so ein, dass du zuerst dein wort für retourgehen („zurück“, „back“, was immer…) sagst, danach dann das signal an der brust gibst und dann geht das pferd rückwärts. wiederhol das ein paar mal.
  • gib dann das stimmsignal und mach eine kurze pause, bevor du an die brust tippst. hat dein pferd schon verstanden, was jetzt kommt und bewegt sich (vielleicht noch ein wenig zögerlich) retour? wunderbar, dann kannst du allmählich ohne das brust-antippen auskommen.
  • wenn nicht, dann wiederhol es einfach noch ein paar mal, solange bis das pferd das wort mit dem rückwärtsgehen verknüpft hat.

wichtig: bei all dem soll der kopf des pferdes nie hochgehen und alles völlig entspannt und ruhig ablaufen , so als würdest du einen neuen trick einstudieren. ist es ja auch irgendwie…

mit dem stimmsignal kannst du das rückwärtsgehen aus dem sattel ebenfalls abrufen.

dein pferd wird dazu anfangs vielleicht eine leichte zusätzliche hilfe über deinen sitz brauchen, lass ihm einfach zeit. wichtig ist bloss, es nicht im sattel durch die falschen hilfen (nach hinten lehnen, am zügel ziehen) zu stören. doch dazu mehr ein ander mal….

(am besten den blog gleich abonnieren, wenn du das „ander mal“ nicht verpassen magst!)

 

 

 

 

 

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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