„im haus ist er aber ganz ruhig“, hör ich öfter,
wenn wir das thema stress bei einem hund besprechen, der sich draußen rasch über alles möglich aufregt,
vielleicht sogar so sehr, dass er auf die signale seiner menschen nicht mehr reagiert.
gemeint ist damit wohl:
der kann keinen stress haben, denn drinnen verhält er sich ruhig und unauffällig.
doch stimmt das auch?
es gibt unterschiedliche formen, wie sich stress beim hund zeigen kann.
die einen kommen gar nicht zur ruhe und sind auch im haus hibbelig oder springen bei jeder kleinigkeit auf.
wenn der eigene hund diesem typ nicht entspricht, wiegt man sich rasch in der falschen sicherheit,
dass mit ihm eh alles ok wäre.
es gibt aber auch die anderen typen:
jene, die drinnen ruhig wirken, doch beim genaueren hinschauen merkt man,
dass dauernd am beobachten sind.
sie schlafen oder dösen gar nicht so viel, wie man denkt, sondern stehen immer ein wenig unter spannung.
und schließlich sind da noch jene, die tatsächlich viel schlafen und ruhen,
die draußen aber trotzdem bei kleinigkeiten hochfahren.
sind die nur besonders „energiegeladen“ oder haben sie nur draußen stress, drinnen aber keinen?
so läuft das natürlich nicht.
es gibt zwei arten von hund, die drinnen ruhig und draußen rasch aufgeregt sind.
bevor wir uns die beiden genauer anschauen, noch ein hinweis:
wie man die aufregung draußen am besten in den griff bekommt, schauen wir uns demnächst im neuen (kostenlosen) webinar „von der aufregung zur gelassenheit“ an, für das du dir deinen platz gleich hier reservieren kannst:
die unsichtbare aufregung
aufregung fällt uns in der regel dann auf,
wenn das verhalten des hundes das deutlich zeigt:
wenn er unruhig ist, übermäßig stark auf ablenkung reagiert, nicht auf uns hört oder sogar eskaliert und bellt und zerrt.
ist dieses verhalten weg, glauben wir, dass auch die aufregung weg ist.
das stimmt so aber nicht ganz.
die akute aufregung ist zwar vorbei,
es bleibt aber der chronisch erhöhte erregungspegel bestehen.
der ist nämlich schuld daran, dass der hund sich draußen so leicht über alles mögliche aufregt.
ein bisschen aufregung wäre normal, zum beispiel wenn der hund sich erschrickt
oder nach dem wilden spiel mit seinem kumpel etwas braucht, um wieder abzukühlen.
das problem ist aber meist, dass wir es nicht mit einem vertretbaren ausmaß an aufregung zu tun haben,
sondern dass der hund schon auf kleinigkeiten heftig reagiert.
da hilft es auch nicht, wenn er drinnen im haus tatscählich ruhig und entspannt ist.
die aufregung steckt ihm ja im körper in form von cortisol, dem chronischen stresshormon.
das gibt er nicht an der türschwelle ab, wenn er von draußen reinkommt.
er trägt den chronischen stress in sich.
solange nichts passiert (wie das drinnen meist der fall ist), hat er noch genügend puffer frei, um ruhig zu bleiben.
sowie aber ablenkungen und aufregende begegnungen auftreten (wie das draußen der fall ist), ist schluss mit der ruhe.
es bringt dann übrigens auch herzlich wenig,
mit dem hund die diversen aufregenden situationen draußen zu üben, um ihn da zur ruhe zu bringen.
er darf rest mal nicht so viel aufregung in form von cortisol im körper gespeichert haben,
dann kann er die ruhe von drinnen allmählich auch draußen als gelassenes verhalten entwickeln.
die reiz-überforderung
von außen ganz ähnlich wirkt ein anderer typ hund,
bei dem die ursachen aber anders gelagert sind.
es gibt (selten, aber doch) hunde, die aus so schwierigen verhältnissen stammen,
dass sie sich nur drinnen halbwegs sicher fühlen
und die welt außerhalb ihrer vier wände für einen gefährlichen und bedrohlichen ort halten.
sie sind schon von ganz normalen eindrücken in der außenwelt heillos überfordert,
ihr nervensystem kann die reize nicht verarbeiten
und sie schaffen es draußen daher kaum, sich irgendwie normal zu verhalten.
je unsicherer und ängstlicher der hund ist,
desto schneller ist er von der außenwelt überfordert
und desto höher ist in folge sein stresspegel – denn angst zählt zu den größten ursachen für stress.
das wird leider leicht zu einem teufelskreislauf:
je mehr angst, desto mehr stress.
je mehr stress, desto emotionaler und ängstlich der hund.
auch für diesen hund gilt dann: an vorderster stelle muss der stressabbau stehen.
erst dann macht es sinn, den hund allmählich an überschaubare teile der außenwelt zu gewöhnen
und ihm mehr sicherheit im leben zu geben.
fazit
wenn der hund draußen schnell in aufregung verfällt, dann stimmt etwas nicht.
egal, ob er drinnen ruhig ist oder nur ruhig wirkt oder unruhig ist.
man muss dann in jedem fall genauer hinschauen, was los ist und der hund braucht.
eines braucht er in jedem fall: stressabbau und weniger aufregung im leben.
(tipps dazu gibt es dann im oben genannten webinar. gleich anmelden!)

