3 gute gründe für beziehungspflege mit deinem hund (und warum sie so wichtig ist)

dass dein hund fellpflege braucht ist klar. aber beziehungspflege? ihr habt doch eine recht gute bindung. ist das also nicht doch zu sehr vermenschlicht, zu weit hergeholt, übertrieben?

nein! ganz und gar nicht.

ganz im gegenteil: beziehungspflege ist das eigentliche erfolgsrezept!

und hier sind drei wirklich gute gründe, warum das so ist:

1. das erfolgsgeheimnis der profi-trainer

die wirklich guten profi-trainer in zoos oder tiershows (und nein, von beidem halte ich gar nichts, aber die tricks der guten kann man sich ja trotzdem abschauen) wissen eines ganz genau:

es geht nicht um training, es geht um beziehung!

selbst die beste trainingstechnik erreicht schnell ihre grenzen, wenn zwischen dem tier und seinem trainer/seiner trainerin keine positive, liebevolle beziehung besteht.

die erst gibt allem den nötigen pepp, macht aus mehr oder weniger unterhaltsamen lernschritten begeisterte übungen und das zusammensein zwischen mensch und tier nicht zur pflicht sondern zur freude.

daher bauen die profi-trainer/innen ihre trainingsprogramme so auf, dass sie aus einem mix an neuen lernaufgaben, an festigen von bestehenden fertigkeiten und – ja, genau! – aus beziehungspflege-einheiten bestehen.

du hast richtig gelesen, da gibt es dann regelmäßig trainingseinheiten, die ausschließlich der beziehung dienen!

beziehungspflege pur.
als erfolgsrezept.

das kannst du doch auch!

klar hast du zu deinem hund sowieso eine engere beziehung als die meisten zoo- und showtiere zu ihrem trainer (hmmm… ist das wirklich so?). aber würdet nicht auch ihr davon profitieren, wenn die motivation und die beziehung öfter im vordergrund stehen und nicht so die leistung?

2. kampf dem alltagstrott

in jede beziehung schleicht sich irgendwann der alltag.

aus der begeisterung füreinander wird selbstverständlichkeit,
aus der freude an gemeinsamen aktivitäten wird routine (hin und wieder sogar lästige)
und aus dem bewussten miteinander wird allmählich ein beiläufiges nebeneinander.

aufstehen.
hund füttern.
gassi gehen.
arbeiten.
gassi gehen.
arbeiten.
spaziergang (mist es regnet/ist zu heiß/hab zeitdruck… also schnell)
werkeln.
hund füttern.
gassi gehen.
schlafen.

könnte das auch deinen alltag mit dem hund beschreiben?

dann braucht ihr dringend eine beziehungsauffrischung! (und dein hund ein paar neue dinge im leben.)
nicht umsonst halten jene paarbeziehungen am besten, wo die beiden bewusst zeit miteinander verbringen. von der „date-night“ hast du ja vielleicht schon gehört (ausgehen, spaß haben und ganz bewusst was angenehmes miteinander tun), wieso nicht auch mit deinem hund?

also nimm dir wenigstens einmal die woche eine spezielle unternehmung mit deinem hund vor.
und einmal am tag eine kleinigkeit.
oder besser noch:  gönnn euch eine kleine beziehungs-belebung/vertiefung! das special „gemeinsam unterwegs“ kann genau das und macht sicher auch deinem hund und dir spaß.

 

3. zurück zum ursprung

warum  noch mal wolltest du einen hund?

weil du gerne leinegehen übst, am rückruf arbeitest und zu hundeprüfungen antrittst?

das war’s wohl eher nicht.

versteh mich nicht falsch: das hat alles seine berechtigung
(ok, die hundeprüfungen seh ich ein bisschen anders).
aber sie sind doch kein selbstzweck!

klar soll dein hund hübsch an der leine laufen und kommen, wenn du ihn rufst. damit euer alltag problemlos klappt. aber deswegen alleine hast du dich sicher nicht für einen hund entschieden!

du wolltest einen freund, einen begleiter und gefährten, die bindung mit einem hund erleben, spaß haben, raus in die natur und gemeinsam sachen unternehmen, die innige verbundenheit mit einem vierbeiner erfahren…

lebst du das auch wirklich genau so?

oder überlagert manchmal das lernen und üben und leisten das miteinander spaß haben?

das macht natürlich nicht bloß für dich einen unterschied!

machen wir mal ein kleines gedankenexperiment:

da ist jemand, dessen gedankenstrom aus einem „das klappt noch nicht, das müssen wir noch üben, warum geht das so schlecht, das war noch nicht gut genug, das müssen wir besser hinkriegen,….“ besteht.

und dann ist da jemand, dessen gedankenstrom aus einem „so eine freude mit dir, das war aber jetzt lustig, mei- dieser blick, hab dich lieb,…..“ besteht.

mit wem würdest du lieber den tag verbringen?
mit wem würdest du dich wohler fühlen?
wer von beiden bist du eher?

also: zurück zum ursprung! hier ist eine übung für dich:

schnapp dir jetzt gleich ein blatt papier und schreib alle gründe auf, warum du dich für einen hund entschieden hast.
schreib auch auf, was du an deinem hund alles toll findest.
und dann erinner dich mindestens einmal täglich daran.

viel spaß miteinander und beim beziehung pflegen!

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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