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by brigid

August 9, 2026

erschrecken beim hund

erschrecken ist eine ganz normale reaktion auf ein plötzlich auftauchendes fahrrad, einen lauten knall oder ein unerwarteter reiz.
kurz ist man – und auch der hund – völlig aus dem lot.
er zuck tzusammen, springt zurück oder bellt im reflex.
und dann?

genau das danach entscheidet.

nicht jedes erschrecken führt dazu, dass gleich angst entsteht oder der hund in panik verfällt.
wenn der hund nach dem kurzen moment des erschreckens merkt, dass nichts weiter passiert ist,
und wenn er sich gleich wieder sicher fühlen kann, ist alles gut.

der mensch spielt dabei eine entscheidende rolle.

(wie so oft im leben des hundes. wie du ihm generell mehr sicherheit vermittelst und ideal begleitest, schauen wir uns daher demnächst im neuen webinar „souveränes führen, gelassener hund“ an, für das du dir gleich hier deinen platz reservieren kannst:

genauer gesagt kommt es auf zwei dinge an:

da wäre mal die reaktion des menschen auf das schreckereignis selber.  man bleibt davon ja selber meist nicht unberührt.
wenn man sich selbst heftig erschreckt, verstärkt das klarerweise die reaktion des hundes.
je umsichtiger man unterwegs ist, desto weniger unerwartetes begegnet und erschreckt einen.

entscheidend ist aber vor allem die reaktion auf das erschrecken des hundes.
und da kann man gut ansetzen und dem hund durch richtiges verhalten helfen.

1.  alles mit der ruhe

ruhe bewahren ist die wichtigste devise für den menschen im moment des erschreckens.
schnell wieder ausatmen, sich entspannen und cool bleiben zeigen dem hund,
dass kein grund für angst besteht und der mensch ganz cool bleibt.

damit auch der hund cool bleiben kann, hilft es meist,
wenn man ihm die möglichkeit gibt, sich die sache in aller ruhe anzuschauen.
dazu muss man normalerweise mehr abstand zum schreckreiz herstellen.

manchmal geschieht das von selber, wenn das schreckauslösende fahrrad vorbeigezischt und damit sowieso weg ist.
ein anderes mal muss man dem hund die möglichkeit geben, sich zu entfernen
– zum beispiel von der stelle,  wo etwas laut krachend zu boden gefallen ist.

lässt man dem hund dann etwas zeit, kann er sich wieder annähern,
die sache idealerweise untersuchen und feststellen, dass da gar nichts schlimmes dran ist.

zeit braucht der hund auch schlicht, um den schreckreiz verarbeiten zu können.
die sollten wir ihm geben, ohne gleich wieder anforderungen an ihn zu stellen
(weitergehen, aufmerksam sein, übung ausführen,…)

2. druck und zwang vermeiden

generell ist jede form von druck im moment nach dem erschrecken kontraproduktiv.
mit dem hund zu schimpfen, weil er vor schreck zu bellen angefangen hat oder in die leine springt,
ihn zu ermahnen, dass er sich nicht so anstellen soll
oder ihn an der leine möglichst rasch an etwas vorbeizerren zu wollen, was ihn erschreckt hat,
sind genau verkehrt und führen zu einem effekt, den wir unbedingt vermeiden wollen:

dass der hund nämlich lernt, dass der schreckreiz negative konsequenzen hat (nämlich unseren druck).
er soll sich ja möglichst sofort danach wieder sicher fühlen können, wenn der schreck abgeklungen ist.
da dürfen wir ihm nicht durch druck oder strafe in unsicherheit versetzen.

auch übermäßiges trösten, gutes zureden oder gar den hund „überreden“ wollen,
doch jetzt weiterzugehen oder sich zuberuhigen, stellen für den hund eine form von druck dar und bringen daher nichts.
also zeit lassen, ruhig bleiben und auf die sicherheit des hundes achten.

3. schreckhaftigkeit reduzieren

problematisch wird erschrecken dann, wenn der hund häufig sehr starke schreckmomente erlebt
und die situation nicht recht verarbeiten kann.

daraus entsteht rasch eine erwartungshaltung bei ihm,
dass bestimmte situationen wieder schrecken beherbergen könnten und er daher aufpassen muss.
umso leichter erschrickt er sich, wenn etwas annähernd ähnliches passiert.

die schreckhaftigkeit steigt aber auch in einem anderen fall:
je höher der erregungspegel des hundes ist, desto leichter erschrickt er sich.
uns menschen geht es ja nicht anders: wenn wir grade eine stressige phase haben,
erschrecken wir uns selbst vor dingen, die wir in entspannten phasen achselzuckend wegstecken.

es macht daher sinn, auf einen hohen grad an entspannung beim hund zu achten,
damit er sich weniger rasch erschrickt und den schrecken auch leichter wegsteckt.

dabei hilft auch, bestimmte schreckauslöser zu üben, falls sie öfter auftauchen.
wenn er sich grundsätzlich bei fahrrädern rasch erschrickt, könnte man die kleinschrittig und behutsam trainieren.

ganz wegtrainieren lässt sich erschrecken klarerweise nicht.
aber bestimmte schreckreize lassen sich entschärfen und der umgang mit dem erschrecken einüben.

fazit

das ziel besteht nicht darin, dass der hund sich nie erschrickt.
das wäre ja gar nicht möglich.
ein gelegentliches erschrecken ist auch nichts schlimmes, wenn der hund rasch wieder zur ruhe zurückfindet.

je mehr rückhalt er dabei beim menschen findet und je größer sein sicherheitsgefühl ist, desto leichter gelingt ihm das.

 

über die autorin 

brigid

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.