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by brigid

August 2, 2026

ausflug mit hund ohne aufregung

der schönste ausflug macht nur bedingt spaß, wenn der hund sich dabei aufregt und schwieriger im umgang wird.
nun ist eine neue umgebung immer anlass für etwas mehr aufregung, es sollte über gesteigertes interesse und munterkeit aber nicht hinausgehen.
der hund soll ja auch (und gerade) bei einem ausflug oder einer wanderung gut ansprechbar sein,
auf die signale des menschen hören und keine heftigen reaktionen auf dinge unterwegs an den tag legen.

steigt die aufregung darüber hinaus, so hat das immer zwei ursachen:

erstens unsicherheit:
der hund kommt mit neuen dingen schlecht zurecht und reagiert mit verunsicherung, die ihn stresst und daher für einen höheren erregungspegel sorgt.

zweitens reizüberflutung:
zu viele neue eindrücke und gerüche überfordern den hund und seine aufregung steigt daher.
je stärker die reizüberflutung ist, umso größer wird die aufregung.

die lösung kann natürlich nicht sein, mit dem hund gar keine ausflüge zu unternehmen
(dann würde ihm ganz nebenbei neues immer schwerer fallen),
sondern sie so zu gestalten, dass er damit gut zurecht kommt.

neben der auswahl einer hundetauglichen gegend als ausflugsziel
und dem anpassen von streckenlänge und dauer an das, was der hund schaffen kann,
gibt es ein paar tricks, die dem hund helfen, die aufregung eines ausflugs besser zu bewältigen.

1. grundentspannung

es ist klar, dass die aufregung eines ausflugs von einem hund, der sowieso grad stark gestresst ist,
oder von einem, der sowieso sehr ängstlich ist, schwerer verkraftet werden kann.

die devise lautet daher: für entspannung sorgen einerseits.
und andererseits dem hund genügend rückhalt und sicherheit bieten.

da das thema zentral nicht nur fürs ausflüge, sondern fürs zusammenleben mit dem hund generell ist, gibt es dazu demnächst ein eigenes webinar „souveränes führen, entspannter hund“, für das du dir gleich hier deinen platz reservieren kannst (kostenlos):

2. cooler aufbruch

stell dir den anfang des ausflugs vor wie eine tonart, die du für die gesamte dauer anschlägst.
je ruhiger und gelassener der hund ins neuland startet, desto entspannter erlebt er den ausflug.
ganz nebenbei programmierst du dir diese entspannung auch als erwartungshaltung für den nächsten ausflug ein.

nun ist damit nicht gemeint, dass der ungeduldige hund lange im bereits geöffneten auto sitzen muss, bis er raus darf.
da baut er nur anspannung auf, die er dann in den ersten minuten mit hektik entlädt.

vielmehr sollten die ersten paar minuten möglichst ruhig gestaltet werden.
kein eifriges rumsortieren mit zubehör vom menschen,
kein losstürmen und an der leine ziehen, usw.

stattdessen durchatmen, den hund vielleicht kurz sitzen lassen
oder ein paar leckerchen streuen und aufsammeln lassen,
umschauen und dann ganz entspannt los.

3. ruheinseln

viele hunde kommen besser mit neuen eindrücken zurecht,
wenn sie zwischendurch pausen bekommen, in denen sie zeit zum verarbeiten haben.
oder einfach mal durchschnaufen können und nicht bei jedem schritt immer neue eindrücke aufnehmen.

bewährt haben sich dazu „ruheinseln“.
gemeint sind damit orte wie zum beispiel eine bank unterwegs oder ein bestimmtes ritual vom menschen
(rucksack abstellen oder auf den boden setzen oder ähnliches),
die der hund bereits mit entspannung verknüpft hat und an denen er daher auch in fremder umgebung gut zur ruhe kommen kann.

die ruheinsel muss natürlich vorab bereits eingeübt worden sein, gern auch bei ganz normalen spaziergängen.
wenn der hund es kennt, dass jede bank, auf die der mensch sich setzt,
oder jedesmal auf den boden setzen von herrchen oder frauchen bedeutet,
sich auch hinzulegen und pause zu machen, lässt sich das super gut abrufen und der hund entspannt.

 

4. schnüffelpausen

eine andere variante für entspannung zwischendurch bieten pausen mit kurzen suchspielen.
nasenarbeit hilft dem hund dabei, aufregung abzubauen und besser zur ruhe zu kommen.
im notfall kann eine suchaufgabe dem hund sogar als „tunnel“ dienen
und ihm helfen, eine überfordernde umgebung (zum beispiel aufregende begegnungen) kurzfristig auszublenden
und sich auf etwas anderes zu fokussieren.

man kann auch zwischendurch einfach mal an der einen oder anderen stelle anhalten
und den hund alles in ruhe abschnüffeln lassen.
er bekommt so die gelegenheit, eindrücken an ort und stelle mal nachzugehen
und sie in ruhe zu untersuchen, bevor wieder neue eindrücke auf ihn einstürmen.

 

5. reiz-management

die herausforderung für den hund bei einem ausflug besteht nicht in der körperlichen anforderung
(solange man nicht ewig lange oder bei großer hitze unterwegs ist),
sondern in den vielen eindrücken, die er zu verarbeiten hat.

die kann man zwar nicht ausschalten, aber dem hund helfen zu bewältigen.
einerseits natürlich dadurch, dass man ein auge drauf hat, wieviel der hund schafft,
und den ausflug so gestaltet, dass er nicht in der kompletten reizüberflutung endet.

andererseits lassen sich aber auch viele reize unterwegs etwas entschärfen.
neben den sinnes eindrücken sorgen ja vor allem begegnungen – mit anderen menschen, hunden, mountain-bikern und co – für aufregung.
je besser man die begegnungen managt,
je größer man den abstand zu allem hält (selbst wenn der hund damit eigentlich keine probleme hat),
desto leichter sind die reize zu verarbeiten und werden daher nicht so schnell zur überforderung.

 

fazit

ein ausflug soll auch für den hund eine angenehme unternehmung sein.
die ziele oder strecken sollten daher daraufhin ausgesucht werden, wie sehr sie sich für den eigenen hund eignen.
mit den tipps oben und rücksichtsnahme auf den hund kann jeder ausflug gelingen.

über die autorin 

brigid

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.