BLOG


by brigid

August 23, 2026

hundegruppe

hundegruppen sind eine ganz eigene sache mit eigenen verhaltensregeln – und tücken.
egal, ob man „nur“ in einer gruppe mit anderen spazieren geht,
ob der hund auf der hundewiese mit anderen rumläuft
oder ob man in einer kursgruppe einer hundeschule oder eines trainers ist.

wir übersehen dabei vielfach, dass eine gruppe für den hund anstrengend ist
und dass er dort pausenlos sozialverhalten lernt und einübt – und das nicht nur im guten!

der grundstein für eine spätere bedingte verträglichkeit mit anderen hunden kann schon in einer schlecht gemanagten welpengruppe gelegt werden,
unsicheres oder grobes verhalten schon durch wenige begegnungen mit anderen hunden entstehen.

daher sollte man ganz genau hinschauen,
wie es in einer gruppe abläuft, zu der der eigene hund stoßen soll
und natürlich auch, wie der eigene hund sich dort den anderen gegenüber verhält.

drei faktoren spielen dabei eine entscheidende rolle:

1. sozialkompetenz

an erster stelle ist dabei klarerweise das sozialverhalten jedes einzelnen hundes in der gruppe zu nennen.
hunde lernen das meiste über ihr verhalten anderen hunden gegenüber nunmal aus den erfahrungen,
die sie mit anderen hunden machen oder aus dem, was sie von denen übernehmen.

schön wäre natürlich, wenn nur souveräne und sozial kompetente hunde in einer gruppe wären.
in einem trainingsangebot in kursgruppen sollte man erwarten könnten,
dass nur zusammenpassende hunde in der gruppe aufeinander treffen und im freilauf unterwegs sind.
doch leider ist das bei weitem nicht so.

nicht zuletzt deswegen, weil viele die gruppe eben genau deswegen aufsuchen,
damit ihr hund „sozialisiert“ wird.
das kann gut gehen, aber auch völlig nach hinten losgehen.

wer einen hund mit unsicherem sozialverhalten oder rüpelhaftem benehmen in eine gruppe mit anderen schickt,
in denen es auch rüpel, aufdringliche hunde, instabile und unsichere typen gibt,
kann nicht erwarten, dass es zu einem positiven effekt kommt.

daher gilt: besonders im hundeparkt oder beim gruppenspaziergang,
aber auch bei trainingsangeboten genau darauf schauen,
ob der eigene hund in der gruppe tatsächlich gut aufgehoben wäre (oder dort selber gut hinein passt).

nur, dass es nicht zu kabbeleigen kommt, reicht da bei weitem nicht für ein gutes sozialverhalten.
man muss wirklich genau schauen, welche hunde da aufeinandertreffen würden.

worauf man achten sollte, schauen wir uns daher demnächst genauer im neuen webinar „hundekontakt zulassen oder nicht?“ ab,  für das du dir gleich hier deinen platz reservieren kannst (kostenlos):

2. aufregungspegel

hunde sind für andere hunde in der regel aufregend.
je mehr hunde aufeinandertreffen, desto schneller steigt die aufregung.
das kann dann schon mal sehr heftig werden und dazu führen,
dass selbst ein nettes spiel in unfreundliches verhalten kippt.

schon ein einziger übermäßig aufgeregter hund kann eine ganze gruppe aufmischen.
aufregung wirkt nämlich ansteckend und springt selbst dann auf die anderen hunde über,
wenn es keinen direkten kontakt gibt und die hunde zum beispiel alle an der leine auf abstand zueinander sind.

das fatale ist, dass daraus rasch ein teufelskreislauf wird.
wenn der hund mehrmals aufregung in der hundegruppe erlebt,
verknüpft er automatisch die anwesenheit von anderen hunden mit großer aufregung
und regt sich dann immer früher und immer rascher auf, wenn er andere hunde sieht.

für das zusammensein mit anderen hunden in gruppen gilt daher:
unbedingt den aufregungspegel niedrig halten.

ein guter gruppenunterricht achtet daher darauf,
dass erstens alle hunde wirklich schon gruppentauglich und nicht zu aufgeregt sind,
und wird mit entsprechendem programm und pausen dafür sorgen,
dass immer wieder entspannung und ruhe möglich sind.

bei spaziergängen mit anderen hunden in der gruppe ist man dafür selbst verantwortlich.
laufen die hunde entspannt schnüffelnd nebeneinander her, ist alles gut.
wird es aber wild, mischt einer die truppe gerne auf oder spielen die hunde schnelle laufspiele oder rangeln viel,
muss der mensch eingreifen.

am schwierigsten ist das jedefalls auf der hundewiese oder in der hundezone,
wo man nie weiß, auf welche anderen hunde man trifft und was man von denen zu erwarten hat.
da ist die sicherste möglichkeit oft die, das gelände rasch wieder zu verlassen oder erst gar nicht zu betreten.

3. ressourcen

heikel werden kann es auch dann, wenn ressourcen ins spiel kommen,
die für die hunde mit aufregung oder sogar ressourcenkonflikten verbunden sind.

das klassische beispiel:
der hundepark, wo einem oder gleich mehreren hunden der ball (ein stöckchen, ein frisbee…) geworfen wird.
der aufregungspegel schnellt dabei sowieso hoch,
und das nicht nur bei dem jeweiligen hund, sondern eben bei allen anderen auch,
und es kann zu streitigkeiten kommen, wenn ein anderer hund den ball erwischt oder aber haben möchte.

das zweite beispiel sind leckerchen, um die rivalität unter den hunden entstehen kann.
meist dann, wenn ein fremder hund davon angelockt wird und der eigene hund es nicht cool findet,
dass „seinem“ leckerchenbeutel und seinem menschen ein anderer so nahe kommt
und der womöglich seinen anteil davon haben möchte.

bevor man also neben anderen hunden anfängt, dem eigenen hund kekse zuzustecken,
sollte man sich vergewissern, dass das nicht zu rivalitäten und konflikten führt.

fazit

für uns menschen sieht eine gruppe frei laufender und teils miteinander spielender hunde toll aus.
so wie wir uns das vorstellen und für den hund wünschen.

man muss aber genau hinschauen, ob das auch für den hund so toll und schön ist,
wie sich das für uns darstellt.
und was er dabei fürs weitere leben mitnimmt – denn soziales lernen findet dabei in jeder minute statt.

über die autorin 

brigid

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.