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by brigid

Juni 14, 2026

bellen verstehen

es gibt die unterschiedlichsten formen von bellen beim hund und der hund hat dafür sehr verschiedene gründe.
eines bleibt aber meist gleich: so wirklich begeistert reagiert der mensch darauf nicht,
wenn der hund damit nicht gerade einen einbrecher vertreibt.

egal, ob der hund unterwegs an der leine andere hunde anbellt,
ob er stöckeschwingende kinder oder vorbeizischende radfahrer verbellt
oder jeden menschen am zaun oder vor der tür lautstark meldet,
es ist jedesmal unerwünschtes verhalten und wir hätten das gerne ruhiger.

was nicht so leicht ist.
schließlich hat der hund einen grund fürs bellen.
und der mensch häufig keine ahnung, welchen oder wie er das ändern könnte.

schließlich spielen da alle möglichen faktoren zusammen, die man nicht mal alle selber beeinflussen kann.
die schauen wir uns alle demnächst im neuen webinar „alarm an der tür“ an, zu dem du dich gleich hier anmelden kannst (kostenlos):

1. verpöntes bellen?

bellen gehört an sich ja zum normalen verhaltensrepertoire von hunden.
bei manchen rassen mehr als bei anderen,
aber grundsätzlich hat das bellen natürlich eine funktion,
es ist nicht von natur aus ein unerwünschtes verhalten.

das problem ist eigentlich gar nicht das bellen selber.
das problem ist, dass der hund einen grund fürs bellen hat.
denn der macht das in der regel nicht aus vergnügen oder um unsereins zu ärgern.

der hund bellt typischerweise, weil er sich bedroht fühlt und bellen zum abwehrverhalten gehört.
oder er bellt, weil er frustriert ist und etwas einfordern möchte.

das eigentliche problem für den hund ist dann die (wahrgenommene) bedrohung oder der frust.
nur für uns menschen ist das dazugehörige bellen das leichter wahrnehmbare problem.
wir sollten uns daher bei jedem bellen fragen, welches motiv oder problem für den hund dahinter steckt,

2. die „drei E“ beim bellen

diese motive fürs bellen lassen sich im prinzip mit den „drei E“ zusammenfassen:

erregungspegel:
bellen hängt immer mit aufregung zusammen.
je aufgeregter der hund ist, desto schneller verfällt er ins bellen.
je mehr der hund bellt, desto mehr steigt seine aufregung und desto heftiger wird das bellen.
gestresste hunde sind daher wesentlich bellfreudiger als entspannte.

emotionale verfassung:
bellen ist häufig ausdruck einer emotionalen befindlichkeit.
unsicherheit, frustration, ungeduld aber auch große begeisterung entladen sich gern in gebell.
welche emotion dahinter steckt, verrät die körpersprache deutlicher als das bellen selber,
obwohl auch das sich in tonlage oder kadenz je nach motiv unterscheidet.

erfolgsmodell:
bellen verselbständigt sich sehr schnell, da es selbstbelohnend wirkt und häufig ungewollt belohnt wird.
war die ursprüngliche ursache fürs bellen die aufregung oder eine bestimmte emotion,
kann daraus schnell ein eingelerntes oder sogar aufmerksamkeitsheischendes bellen werden.
die emotion oder der stress sind da schon gar nicht mehr vorhanden, das bellen aber bleibt,
weil es sich für den hund als erfolgreich erwiesen hat.

3. bellen unterbinden?

das bellen ist einerseits lästig, führt manchmal sogar zu problemen mit der nachbarschaft,
und andererseits aufgrund der motive fürs bellen eine belastung für den hund.
also klar will man das los werden.

viele ansätze zielen leider darauf ab, das bellen zu unterbinden,
den hund abzumahnen, wenn er bellt, oder zu strafen, wenn er das maul zum bellen aufmachen würde.
(von fragwürdigen mitteln wie anti-bell-halsbändern mal abgesehen, die jedenfalls in österreich als tierschutzwidrig verboten sind).

so geht das natürlich nicht.
nicht nur, weil es nicht hundefreundlich ist, sondern weil es so nicht funktioniert.

gegen’s bellen helfen genau zwei dinge:
erstens: die ursache fürs bellen angehen (also die emotion oder den erregungspegel)
zweitens: dem hund die alternative schmackhaft machen, also das ruhig bleiben in jenen momenten, wo er bellen würde.
was systematisch aufgebaut werden muss, wenn der hund das bellen erst mal drauf hat.
(eine anleitung dazu gibt es im kurs „schluss mit der bellerei“).

über die autorin 

brigid

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.