hunde lernen von natur aus leicht und schnell.
schließlich hat das lernen eine zentrale funktion: es hilft ihnen, sich an ihre umwelt anzupassen
und zu verstehen, wie diese funktioniert.
je höher entwickelt ein lebewesen ist, desto flexibler ist es in seinem verhalten
und desto größer ist die notwendigkeit, zu lernen und das verhalten flexibel an veränderte bedingungen anzupassen.
hunde spielen da ganz vorne mit.
warum also fällt es uns dann manchmal so schwer, ihnen etwas beizubringen?
weil es einen großen unterschied macht, ob man etwas aus eigenem antrieb
und in einer situation, wo es grade sinn macht, lernt,
oder ob man auf aufforderung, unter anleitung und ohne konkreten anlass oder motivation lernen soll.
wenn wir den hund jene dinge, die wir für ein harmonisches zusammenleben von ihm brauchen,
aus eigenen stücken lernen lassen könnten, wär vieles ungleich einfacher!
einige tipps dazu, wie wir dem hund das lernen deutlich erleichtern können, gibt es schon bald in der „5 x 5 challenge: lernen leicht gemacht“, für die du dich gleich hier anmelden kannst:
druck in der hundeerziehung
wenn wir mit dem hund etwas üben oder ihm eine bestimmte aufgabe beibringen wollen,
geht das nie ganz ohne druck ab.
dieser druck variiert stark:
von der herkömmlichen hundeerziehung, wo schon mal mit leinenruck oder strafe gearbeitet wird,
und wo die hunde mit umso mehr „nachdruck“ bearbeitet werden, je schwerer sie sich mit der lektion tun,
bis hin zu den ganz sanften und unbewussten formen von druck:
unsere körpersprache, ein luft anhalten im entscheidenden moment,
der erwartungsdruck, dass der hund was richtig machen möge,….
nicht zu vergessen:
die schlichte tatsache, dass wir vom hund was wollen.
ohne geht es beim strukturierten üben ja nicht.
nun reagieren hunde ganz unterschiedlich auf diesen druck.
manche kommen mit den sanften formen problemlos zurecht
und sind wegen der aufgabe selber, wegen der futterbelohnung und wegen der menschlichen aufmerksamkeit mit feuereifer dabei.
andere machen dicht, wenn ihnen der druck etwas zu viel wird.
sie wirken dann desinteressiert, „stur“ oder schwer von begriff –
was in der regel zu etwas mehr druck vom menschen führt und die sache schlimmer macht.
und wieder andere sind solche sensibelchen oder haben mit lernsituationen so schlechte erfahrungen gemacht,
dass sie sofort in meideverhalten und fluchttendenzen verfallen,
wenn sie merken, dass der mensch etwas von ihnen will und erwartet.
was wäre, wenn wir den faktor druck aus dem lernen rausnehmen könnten?
lernen lassen
wohl jeder hat selbst die erfahrung gemacht,
wie viel spaß es machen kann, ein musikinstrument, eine sportart oder irgendeine andere fertigkeit auszuprobieren,
sich daran zu versuchen und zu entdecken, wie es funktioniert.
eine gelegentliche hilfestellung oder ein tipp im richtigen moment sind dabei willkommen,
ein ständiges über die schulter-schauen allerdings nicht.
erst recht vergällt es einem die sache,
wenn eltern oder lehrer einen dazu verpflichten
und den lernfortschritt überwachen, korrigierend eingreifen und immer neue aufgaben vorgeben.
genau das ist der unterschied zwischen der freude am entdecken und dem unterrichtet werden.
zwischen den hund lernen lassen und ihn in fixen trainingseinheiten erziehen.
nicht falsch verstehen: natürlich muss der hund einige spielregeln fürs zusammenleben lernen
und kann nicht einfach nur das machen und lernen, worauf er selber lust hat.
doch auf das wie kommt es an.
es heißt auch nicht, dass wir menschen uns zurücklehnen und den hund einfach machen lassen sollen.
wenn man den hund lernen lassen möchte, entbindet einen das nicht jeglicher verantwortung für seine erziehung.
im gegenteil.
aufgaben des menschen
wir haben sehr wohl unsere aufgabe in der hunde“erziehung“ zu übernehmen,
nur eben anders als im klassischen hundetraining, das über direkte anleitung arbeitet.
wir müssen genauso wie bei jeder art von hundeerziehung ein klares bild davon haben,
was der hund eigentlich lernen soll.
zum beispiel leine gehen oder auf rückruf herankommen oder alle vier pfoten auf dem boden lassen,
wenn besucher das haus betreten.
dann aber geht es darum, dass wir lerngelegenheiten schaffen,
in denen der hund kaum anders kann, als sich richtig zu verhalten,
damit wir das dann sofort belohnen können.
ein kleines beispiel zur verdeutlichung:
wenn ein welpe das erste mal zu mir ins training kommt,
ist er naturgemäß aufgeregt und begeistert, dass er die leckerchen im beutel an meinem gürtel riecht.
am menschen hochspringen ist da eine natürliche reaktion und beim welpen meist auch schon eine erprobte strategie.
das eine ist es nun, das zu ignorieren, damit er aufhört.
besser gesagt: das minimum.
denn viel besser klappt es, wenn man ihn nun draufkommen lässt,
wie der denn auf besserem weg an die leckerchen kommt.
stellt er nämlich fest, dass er sich vor diesem neuen menschen mit den leckerchen nur hinzusetzen braucht
(sitz ist ja etwas, was die meisten welpen schon irgendwie draufhaben)
und schon spukt dieser mensch wie auf knopfdruck ein keksi aus, hat er was tolles gelernt.
innerhalb von ein oder zwei minuten haben noch alle welpen gelernt,
sich brauchen sich nur vor mir hinzusetzen (nämlich unaufgeforder!) und schon gibt es keksi.
das prinzip lässt sich problemlos auf viele situationen übertragen.
man muss als mensch allerdings erstens einen plan haben – nämlich wie man die optimale lerngelegenheit schafft –
und schnell sein, damit man das freiwillig angebotene verhalten sofort „einfängt“ und belohnt.
fazit
bei je mehr gelegenheiten man den hund auf diese art nebenbei lernen lassen kann, was wir von ihm möchten,
desto mehr freude wird er am lernen haben
und desto williger ist er mit bei der sache, wenn wir ihn mit signalen oder beim üben zu etwas auffordern.
natürlich besteht ein hund nicht nur aus lernverhalten,
es spielen emotionen, verhaltensstrategien oder motivationslagen eine wichtige rolle.
auf einige dieser faktoren gehen wir ebenfalls bei der „5 x 5 challenge: lernen leicht gemacht“ ein.
am besten gleich anmelden und nciht verpassen.

