geschicklichkeitsübungen, bei denen der hund niedrige bodenhindernisse bewältigt,
auf wackeligen untergründen balanciert oder ungewohnte materialien unter den pfoten hat,
können ihm viel bringen:
sie schulen die körperwahrnehmung, die bewegungskoordination und das gleichgewicht.
das alles wiederum bringt dem hund mehr sicherheit und mehr gelassenheit.
vorausgesetzt an macht die übungen richtig.
denn nur schnell mal über einen baumstamm huschen
oder ein paar hürden hüpfen, mag zwar spaß machen,
die oben genannten positiven effekte stellen sich dadurch aber nicht ein.
dazu braucht es erstens mal die richtigen aufgaben,
denn nicht jedens hindernis ist gleich nützlich.
wer mehr über den richtigen aufbau der bodenarbeit beim hund erfahren möchte und anregungen für hindernisse und übungen mit gegenständen aus haus und garten sucht, findet das alles im fachwebinar „bodenarbeit für den hund: geschickt, geduldig, gelassen“ , das es heute anläßlich des denktier-jubiläums (denktier ist 18 jahre alt!) zum aktionspreis um nur 10,- euro (statt regulär 27) gibt.
zweitens müssen bei aller art von übungen und hindernissen ein paar regeln eingehalten werden,
wenn sie dem hund mehr körpergefühl und gelassenheit vermitteln sollen.
1. langsamkeit ist trumpf
egal, welche übung aus dem bereich bodenarbeit und geschicklichkeit man macht,
eines ist dabei immer zentral: das langsame tempo.
gaaaaanz langsam, praktisch in zeitlupe soll sich der hund beim steigen und balancieren,
beim dinge umrunden oder beim durchfädeln bewegen.
je langsamer der hund unterwegs ist, desto mehr zeit hat sein körper,
sich bewusster zu bewegen und desto besser kann sein gehirn das abspeichern.
das ziel der geschicklichkeitsübungen besteht ja darin,
das bewegungsrepertoire des hundes zu erweitern und ihm eine bewegung im gleichgewicht nahe zu bringen.
mit schnell schnell ist da nichts zu machen.
also bitte alles wirklich ganz langsam angehen.
die wahre kunst der bodenarbeit besteht in der langsamkeit.
2. hinterbeine aktivieren
sehr, sehr vielen hunden ist nicht so richtig bewusst,
dass sie vier beine haben und diese auch einzeln bewegt werden können.
das kann nicht nur zu fehlbelastungen und hektischen bewegungen führen,
es beeinträchtigt vor allem auch das sicherheitsgefühl des hundes,
besonders dann, wenn zum fehlenden gefühl für die hinterbeine noch muskelverspannungen in der hinterhand kommen.
ein wesentliches ziel von geschicklichkeitsaufgaben besteht daher darin,
die hinterhand des hundes zu aktivieren, damit er die hinterbeine gezielt setzt und leichter ins gleichgewicht findet.
wer nämlich nicht spürt, dass da hinter den schultern noch mehr ist,
bewegt sich nicht nur ungeschickt, sondern läuft auch auf der vorhand und ist damit nicht im gleichgewicht.
nicht nur körperlich nicht ausbalanciert, sondern damit auch emotional und von der stimmung her aus der balance.
die hinterbeine aktiviert man zum beispiel durch übungen,
bei denen der hund (langsam!) über etwas steigen muss und dazu alle vier pfoten einzeln heben muss.
ob er dabei über eine leiter geht, über leicht erhöhte hindernisstangen steigt oder in und wieder aus autoreifen heraus turnt,
tut weniger zu sache.
abwechslung hilft außerdem, weil damit auch der kopf gefordert ist, nicht nur die beine,
und weil der hund dadurch mehr und unterschiedliche bewegungsmuster ausprobieren kann.
ein wichtiger hinweis:
oft werden hund mit leckerchen vor der nase über hindernisse geführt.
grundsätzlich nicht verwerflich, wenn der hund nicht vor lauter gier nach dem keksi gar nicht mehr mitbekommt, was er tut.
allerdings darf dabei die hand des menschen nicht so hoch gehalten werden,
dass auch der hund den kopf hoch nimmt.
mit hoher kopfhaltung funktioniert die hinterhand nicht mehr richtig,
der hund kann gar nicht mehr mit koordinierten hinterbeinen im gleichgewicht laufen –
was wir ja eigentlich erreichen wollen.
wenn also leckerchen, dann ganz tief halten, so dass der kopf des hundes in neutraler höhe oder sogar etwas darunter getragen wird.
3. kurven und richtungswechsel
die gerade linie ist der feind der bewussten bewegung.
nicht weil die gerade linie böse wäre, sondern weil der hund dabei in seinen gewohnten bewegungsmustern verharrt
und keine impulse für irgendwelche änderungen erhält.
hat man einen hund, der schon ein gut ausgeprägtes körpergefühl und gleichgewicht hat, kein problem.
hat man aber einen, mit dem man die übungen macht, damit er geschickter und ausbalancierter wird,
dann sind kurven und richtungswechsel gefragt.
wenn der hund alle paar schritte nach links oder rechts abbiegt,
nach ein paar schritten wieder abbiegt oder überhaupt gleich kurven und schlangenlinien läuft,
dann muss sich der körper jedesmal neu sortieren
und der hund bekommt viele impulse, sein gleichgewicht besser auszubalancieren und die kurve besser zu nehmen.
kurven helfen dem hund auch, von sich aus langsamer zu werden.
eben weil er durch die vielen kurven mehr in balance kommt und damit weniger hektisch ist.
allerdings gilt auch bei den kurven wieder: bitte so langsam wie möglich.
ob man zum kurven gehen ganz klassisch einen (langsamen!) slalom läuft,
gern auch mal um blumentöpfe im garten oder klopapierrollen im flur,
oder ob man einen einfach schlangenlinien von einer wegseite zur anderen und wieder retour geht,
ändert wenig an der wirkungsweise.
natürlich muss der hund nicht den ganzen tag kurven laufen.
beim normalen spazierengehen und im alltag soll er tun, wie er möchte.
für die geschicklichkeitsübungen aber gilt: möglichst wenig gerade, möglichst viele kurven.
fazit
geschicklichkeitsübungen und bodenarbeit sind neben der nasenarbeit wohl die beste form,
den hund auf eine art und weise zu mehr ruhe, gelassenheit und sicherheit zu bringen, die sowohl ihm als auch dem menschen spaß macht.
am besten einfach ausprobieren, wer noch wenig erfahrung hat,
beziehungsweise neue varianten ausprobieren, wenn man schon einiges gemacht hat.

