die un-natürliche schiefe des pferdes und 7 tipps, was du dagegen tun kannst

von der “natürlichen schiefe” des pferdes hast du sicher schon gehört.

damit meint man nur, dass das pferd nicht nicht 100% symmetrisch zwischen der linken und der rechten körperhälfte ist und sie daher auch nicht exakt gleich einsetzt.

ganz wie der mensch und so ziemlich jedes andere lebewesen auch.
du verwendest die linke und die recht hand ja auch anders oder hast ein bevorzugtes standbein und spielbein.

beim pferd geht man auch davon aus, dass es was damit zu tun hat, ob es als fohlen im mutterleib rechtsrum oder linksrum eingerollt lag.

soweit also alles ganz natürlich.
und in freier wildbahn fürs pferd auch völlig egal.

fürs reiten macht das allerdings einen unterschied!

weil dein pferd sich aufgrund der natürlichen schiefe in eine richtung schlechter biegt als in die andere, über eine schulter schneller mal ausfällt, das eine hinterbein nicht so gut  untersetzt und last damit aufnimmt, usw.

simpel formuliert hat das alles damit zu tun, dass auf einer körperseite die muskulatur etwas verkürzt ist und nicht so locker gedehnt werden kann wie auf der anderen körperseite.
und das wiederum beeinflusst dann die bewegung und körperhaltung insgesamt.

drum muss man für gutes reiten durch gymnastizierung dieser natürlichen schiefe entgegenwirken.

was ist nun die un-natürliche schiefe?

die gibt es noch viel drastischer als die natürliche schiefe!

die un-natürliche schiefe entsteht durch den menschen.

immer dann, wenn der mensch eine einseitige belastung verursacht oder das pferd in ein körperhaltung bring, die einseitig wirkt.

ganz typisch: die un-natürliche schiefe führt dazu, dass  das pferd sich linksrum deutlich schlechter biegt.
das hat seine ursachen in dem, was wir links vom pferd tun:

ein paar beispiele?

  • du führst das pferd immer nur von links und des öfteren zieht einer von euch am strick – erzeugt verspannungen im hals und genick und ein festmachen in der linken schulter.
  • du steigst immer von links in den sattel und bringst dabei erst mal dein ganzes gewicht in den linken steigbügel, wenn du dich hochstemmst – das pferd stemmst sich dagegenn und mach die linke schulter fest.
  • du hast selber eine weniger bewegliche linke hüfte (standbein links!) und blockierst damit dein pferd in der bewegung linksrum.

besonders blöd läuft’s natürlich, wenn die natürliche schiefe des pferdes auch linksrum im wege ist und die un-natürliche schiefe durch den menschen dann noch dazu kommt!

7 tipps

hier ein paar tipps, was du dagegen tun kannst:

  1. von rechts genauso oft führen wie von links
  2. von rechts noch öfter aufsitzen als von rechts (schult auch den menschen 🙂 )
  3. eine aufstieghilfe verwenden, die hoch genug ist
  4. viele volten reiten, mehr auf der  “schlechten” seite als auf der guten, aber immer behutsam und ohne das pferd zu überfordern.
  5. die muskulatur im schulter- und halsbereich lockern (siehe dazu auch dieses video)
  6. dehnungsübungen nach links – zum beispiel den pferdekopf mit einnem leckerli seitlich nach hinten nehmen bis ca. auf höhe der gurtlage.  (achtung, dass das pferd dabei den kopf nicht verwirft, sondern den hals biegt)
  7. deinen eigenen körper sortieren, z.b. durch sitzschulung oder durch feldenkreis-stunden.

in jedem fall denk nächstes mal, wenn dein pferd sich auf einer seite wieder nicht recht biegen mag dran:
vielleicht kann es gar nicht.
vielleicht bist du ihm selber “im weg”.
vielleicht ist es zu ungewohnt.

und dann fang an, die hindernisse schritt für schritt aus dem weg zu räumen … bis zumindest von der un-natürlichen schiefe nichts mehr vorhanden ist :-).

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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