gewitterangst beim hund ist eine üble sache – und besonders schwer in den griff zu bekommen.
fast alle üblichen trainingsmethoden – wie zum beispiel die systematische desensibilisierung (also das schrittweise „gewöhnen“) an eine sache – sind auf gewitter schwer bis gar nicht anzuwenden.
zu unplanbar treten gewitter auf
und vor allem: die auslöser für die angst sind vielfältig und vom menschen schlicht nicht so dosierbar,
dass man damit systematisch trainieren könnte.
der hund reagiert ja nicht nur auf den donner
(bei dem er übrigens gut zwischen echt und von einem tonträger unterscheiden kann, geräusch-cds bringen also nichts),
sondern auf die lichtphänomene am himmel
und in den meisten fällen schon lange vorher auf die veränderte atmosphäre draußen.
nichts davon kann man gut in einen trainingsprozess verpacken.
das heißt nicht, dass man gegen gewitterangst nichts tun könnte.
im gegenteil: da geht einiges mehr als die übliche empfehlung,
man möge dem hund einen sicheren rückzugsort bieten
(richtig, aber halt wenig und oft schwer).
eine ausführliche behandlung von möglichen trainingsmaßnahmen und vom umgang mit leichten bis schwern fällen von gewitterangst gibt es im fachwebinar „gewitterangst beim hund“.
drei wichtige tipps, die in jedem fall helfen, schauen wir uns gleich hier an:
1. ruhig bleiben
wir denken beim thema gewitterangst immer an den hund, doch die rolle des menschen ist dabei zentral.
es gibt viele menschen, denen gewitter auch nicht ganz geheuer sind,
oder die sich vor sorge um den hund und dessen gewitterangst anspannen.
hier schlägt dann die stimmungsübertragung zu.
der hund übernimmt ja die stimmung, den spannungspegel und die eventuell vorhandene unruhe seines menschen
ohne genau zuordnen zu können, warum der sich anspannt oder unruhig wird.
kombiniert mit seiner eigenen unsicherheit bei gewittern fördert das die überzeugung,
dass gewitter gefährlich sind und er sich zu recht ängstigt.
das wichtigste ist daher als allererstes, dass man selber entspannt und ruhig bleibt.
tiefes ausatmen und bewusste muskelentspannung helfen dabei.
(wer selber angst vor gewittern hat, lässt den hund in der zeit am besten in der obhut eines vertrauten menschen,
der gewitter mag).
2. beschäftigung bieten
entspannung beim hund kann man auch dadurch fördern,
dass man ihm etwas zu tun gibt (natürlich etwas, was er gerne macht und entspannt tun kann).
untätigkeit macht nämlich die sache manchmal schlimmer.
man sitzt oder liegt nur da und alle sinne sind auf die „gefahr“ gerichtet,
der sich der hund nicht entziehen kann und gegen die er nichts tun kann.
das gefühl zu bekommen, doch handlungsmöglichkeiten zu haben –
selbst wenn die mit dem gewitter selber gar nichts zu tun haben –
kann da schon ein stück weit helfen.
vor allem aber bietet die beschäftigung eine ablenkung einerseits
und andererseits die möglichkeit, positive stimmung aufzubauen.
bei ganz leichten fällen von gewitterangst und nur leisem donnergrollen in die ferne gelingt es so sogar,
positive verknüpfungen zwischen zum beispiel tollen leckerchen zum aufsammeln und dem gewitter aufzubauen.
ist die angst so groß, dass der hund sich nur noch im letzten winkel verkriechen mag,
kann man mit ein paar such- oder denkspielen klarerweise nicht mehr punkten.
dann sind andere maßnahmen oder sogar medikamentöse unterstützung angesagt
(mehr dazu im oben genannten webinar).
doch in weniger schlimmen fällen hilft es dem hund,
zumindest das heraufziehen eines gewitters weniger schlimm zu finden
und damit die dauer der anspannung oder angst zu reduzieren.
3. geräuschkulisse nutzen
auch der dritte tipp funktioniert am besten in der phase,
in der das gewitter noch nicht ganz intensiv und laut ist.
wir nutzen nämlich akustische ablenkung dafür,
dass der hund nicht nur auf der lauer liegt und auf das nächste gebrummel vom himmel wartet.
ist alles still und ruhig im haus, hört man das nämlich überdeutlich.
gibt es aber eine geräuschkulisse vom fernseher oder musik (bevorzugt eine, wo es auch mal etwas lauter wird),
ist der kontrast nicht so groß oder leises grollen kaum hörbar.
man kennt das ja von hunden, bei denen im nachlassendem gehör im alter auch die gewitterangst nachlässt.
sie hören zumindest den fernen donner schlicht nicht mehr so gut und fürchten sich daher nicht mehr davor.
mit einer geräuschkulisse können wir diesen effekt ein wenig imitieren.
fazit
leichte fälle von gewitterangst lassen sich mit etwas umsicht und geeigneten maßnahmen gut in den griff bekommen.
das ist wichtig, weil die gewitterangst sonst ja von mal zu mal schlimmer wird.
das wollen wir unbedingt verhindern.
schwerere fälle von gewitterangst lassen sich nicht so leicht ganz wegbekommen,
zumindest aber kann man die angst deutlich mildern
und das gewitter für den hund erträglicher machen.
auch damit ist dann schon viel erreicht.

