erfolgreiches hundetraining: 3 dinge, woran man es erkennt und was es garantiert nicht ist

erfolgreiches hundetraining wünscht sich natürlich jeder.
aber was versteht man darunter eigentlich?
wie misst man erfolg im hundetraining oder bei der erziehung?

wenn man einen hund fragen würde, dann braucht es dafür jedenfalls eines nicht:
hohe punktanzahl bei prüfungen (oder überhaupt prüfungen), pokale und schleifchen auf hundeausstellungen oder gewonnene trophäen in turnieren.
auch nicht ganz besondere effekte auf show-vorführungen.

erfolg im hundetraining

wie sieht erfolg im hundetraining wirklich aus?

das ist alles menschenzeug, mit dem mal mehr und mal weniger sinnvolles (meistens eher ziemlich wenig sinnvolles) ausgezeichnet wird.

über das, was in meinen augen den erfolg eines mensch-hund-teams ausmacht, sagt das alles nichts!

lasst mich mal definieren, was ich unter erfolgreichem hundetraining verstehe:

ich rede von erfolg in der hundeerziehung dann, wenn beide miteinander das lernen, was sie für den gemeinsamen alltag brauchen und was beiden (oder jedenfalls dem hund) spaß macht.
es ist ein erfolg, der auf gegenseitigem verständnis aufbaut, auf vertrauen zueinander und respekt füreinander.

natürlich gibt es einiges an spielregeln zu erlernen und einzuhalten – übrigens nicht nur für den hund!
das dient der sicherheit des hundes und beiden, mensch wie hund, zur problemlosen bewältigung des alltäglichen lebens.

von einem erfolgreichen hundetraining rede ich also dann, wenn die beziehung zwischen beiden stimmt.
und wenn die darauf aufbauende erziehung sinnvoll verläuft.

das heißt nicht, dass der hund alles problemlos schaffen muss!
oder dass er gar “perfekt” sein soll.

mitnichten!

je nach naturell und vorgeschichte fällt es ihm vielleicht schwer, an anderen hunden ruhig vorbeizugehen oder nicht zu bellen, wenn es an der wohnungstür klingelt und es kommt ein fremder mensch rein.

die frage ist aber: kommt das team aus mensch und hund mit der situation klar und haben beide einen weg gefunden, relativ stressfrei damit umzugehen?

und gibt es verbesserungen bei den dingen, die heute vielleicht noch schwierig sind?

(wie man das alles erreicht und wie eine derartige hundeerziehung zu erfolgen führt – übrigens häufig leichter als man denken würde – ist übrigens dreh- und angelpunkt des kurses “erfolg für mensch und hund”, der jetzt gerade noch zum letzten mal in dieser form gebucht werden kann!)

aus dieser perspektive heraus lassen sich 3 dinge festhalten, an denen du messen kannst, ob du erfolgreiches hundetraining betreibst:

1. erfolgserlebnisse

hunde lernen bekanntlich “am erfolg”.

der erste maßstab für erfolgreiches hundetraining besteht also darin, wieviele erfolgserlebnisse dein hund beim üben oder im alltag hat.

das ziel wäre nämlich, dass er fast nur erfolgserlebnisse hat!
dass er also nie überfordert ist mit einer übung oder im alltag – weder vom lernniveau noch von der momentanen aufmerksamkeit, die er aufbringen kann.
(und ja, das ist gar nicht so einfach zu bewerkstelligen! da braucht man schon ein bisschen knowhow dafür)

zähl doch mal nach: bei wievielen wiederholungen einer übung und bei wievielen signalen im alltag endet es damit, dass dein hund das gleich richtig macht und daher einen erfolg und eine belohnung (in welcher form immer) verbuchen kann?

2. zufriedenheit

mit zufriedenheit sind gleich mehrere dinge gemeint:

erstmal natürlich, dass du nicht verärgert oder genervt bist durch das verhalten, das dein hund grade zeigt.
und dass dein hund nicht gestresst oder frustriert ist, durch das, was du ihm grade zumutest oder mit ihm übst.
das betrifft die momentane situation oder aufgabe und wie ihr sie bewältigt.

darüberhinaus gibt es aber noch das generelle miteinander.
da stellt sich die frage: bist du im großen und ganzen – und für den moment – damit zufrieden, wie ihr dinge bewältigt, die vielleicht (noch) schwierig sind?

es ist völlig ok, bei einer hundebegegnung auszuweichen, damit dein hund leichter ruhig bleiben kann.
oder ihn eben in manchen gegenden nicht frei laufen zu lassen, wo der rückruf (noch) nicht funktionieren würde.

ob du aber damit in sachen hundetraining oder erziehung auf einem erfolgreichen weg bist, lässt sich dran ablesen, wie zufrieden du mit der art der situationsbewältigung bist – und wie zufrieden dein hund damit ist!

zufriedenheit soll nicht verwechselt werden mit einem sich abfinden mit der situation!
nur weil ich heute zufrieden bin damit, dass mein hund auf 5m abstand schon ruhig bleiben kann, heißt das ja nicht, dass das nicht weitergeübt und besser wird.

 

3. fortschritte

denn natürlich lässt sich erfolgreiches hundetraining auch daran messen, ob es fortschritte gibt.
zumindest immer wieder kleine verbesserungen bei den übungen oder eine weiterentwicklung zum besseren im verhalten deines hundes.

die kunst dabei besteht darin, diese schrittweisen verbesserungen einerseits überhaupt wahrzunehmen (!) und andererseits gezielt herbeizuführen.
dabei hilft es, wenn man
– ein trainingstagebuch führt
– regelmäßig aufschreibt, was der hund an dem tag gut gemacht oder besser gemacht hat als bisher
– einen plan hat und mit system trainiert, damit das üben auch was bringt.

 

wenn du dann die eine oder andere baustelle mit deinem hund gut bewältigt hast und ihr beide ohne stress miteinander unterwegs seid, dann verleih ich dir gern einen pokal für erfolgreiches hundetraining – symbolisch jedenfalls :-).

 

 

 

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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