die rolle des menschen in der hundeerziehung: 3 kernaufgaben

in der hundeerziehung spielt die wichtigste rolle – wenig überraschend – der mensch.
bloß: worin besteht diese rolle genau?

wir wissen ja inzwischen (hoffentlich!), dass es nicht die alpha-rolle ist.
die mythen rund um rangordnung und nur ja der dominantere sein, haben schon genug schaden angerichtet.
und schaden der erziehung – und dem hund – mehr, als man sich vorstellen kann.

worin nun besteht die kernaufgaben des menschen bei der erziehung seines hundes?
“ihm das richtige beibringen” ist ja als anleitung etwas mager.
hier meine top-drei aufgaben, von denen die nummer 1 euch vielleicht überraschen wird.

online hundeschule

kernaufgabe nr. 1:  wissen, was man will

bevor man dem hund etwas beibringen kann, muss man erst mal wissen, was er denn können soll.
klingt banal, ist es aber nicht.

in aller regel wissen wir nämlich sehr genau, was wir nicht wollen.
was der hund nicht tun soll.
er soll nicht an der leine ziehen,
er soll andere hunde nicht anbellen,
er soll an besuchern nicht hochspringen,
und so weiter.

ein “nicht” kann man aber nicht trainieren.
der hund kann nur lernen, etwas anderes stattdessen zu tun.
“nicht bellen” ist kein konkretes verhalten,  still sein hingegen schon.
“nicht springen” ist keine übung, ruhig sitzen hingegen schon.

wir müssen also erst mal ein bild davon haben, was der hund in einer bestimmten situation tun soll.
und ihm das dann beibringen.
was übrigens wesentlich leichter klappt, wenn wir erst mal das gewünschte verhalten klar vor augen haben
und den hund gezielt daraufhin belohnen können.

kleiner nebeneffekt:
wenn wir das richtige bild im kopf haben – also den stillen hund, den ruhig sitzenden hund…. –
überträgt sich das auch irgendwie auf den hund
(oder vielleicht sind auch wir nur besser darin, den hund richtig anzuleiten).

schritt 1 in der hundeerziehung ist also immer, und ich meine wirklich immer, die frage:
was genau soll der hund in diesem moment tun?

kernaufgabe nr. 2: den hund fördern

erst, wenn aufgabe nr. 1 erledigt ist, kommen wir zu dem, was man sich unter hundeerziehung üblicherweise so vorstellt:
dem hund beibringen, was er wie tun soll,
wie er sich in welchem moment bitte verhalten möge.

die kernaufgabe heißt aber nicht umsonst “fördern” statt “erziehen” oder “beibringen”.
denn wirklich gut und hundegerecht geht das nur dann,
wenn man die ganze erzieherei als eine unterstützung des hundes sieht.

dann nämlich beschäftigen wir uns damit,
wie wir es dem hund leicht machen können, das richtige zu tun.
wie wir ihn darin bestärken, erwünschtes verhalten an den tag zu legen.
und wie wir lern- und alltagssituationen so gestalten, dass er erfolgreich sein kann.

in der praxis schaut das nämlich oft genug nicht ganz so aus.
da überfordern wir den hund im training wie im alltag,
wir sehen eher die fehler als seine erfolge
und manchmal stehen wir ihm buchstäblich wie im übertragenen sinn im weg.

wie du die häufigsten fehler vermeiden kannst, ist übrigens demnächst thema im neuen (und kostenlosen) webinar “3 blockaden in der hundeerziehung einfach beseitigen”, zu dem du dich gleich hier anmelden kannst:

die zweite frage in der hundeerziehung lautet dann:
wie kann ich es meinem hund möglichst leicht machen, das richtige zu tun?

kernaufgabe nr. 3: orientierung und rückhalt bieten

hundeerziehung ist immer auch eine soziale beziehung und braucht eine vertrauensbasis (wie letztens hier ausgeführt).
die probleme tauchen meist genau dann auf, wenn diese basis grade wegbricht.
wenn zum beispiel der hund sich in die leine wirft und einen jogger oder einen anderen hund verbellt.

als menschen erleben wir diese situation in erster linie als kontrollverlust
und sind daher bemüht, die kontrolle möglichst wieder herzustellen.

der hund aber erlebt das als einen gefahrenmoment oder eine überforderung,
in der er plötzlich auf sich alleine gestellt war und keine sicherheit mehr hatte.
er braucht dann niemanden, der kontrolle über ihn erlangen will,
sondern jemanden, der ihm – rechtzeitig! – orientierung bietet und ihm den rückhalt geben kann,
den er für sein sicherheitsgefühl braucht.

das gilt nicht nur für problemsituationen, sondern für den alltag und die hundeerziehung ganz genauso
(auch wenn es dort meist weniger auffällt).
wenn der hund sich nicht sicher fühlt, wenn er keine anleitung bekommt, was er lernen soll,
dann klappt das mit der erziehung eher weniger gut.

hier schließt sich auch der kreis:
der mensch kann nur dann dem hund orientierung bieten,
wenn er selber weiß, wo die reise hingehen soll (siehe kernaufgabe nr. 1)
und dadurch selber die sicherheit hat, dem hund auch rückhalt zu sein.

um sich als mensch beim erziehen des hundes sicher zu fühlen, braucht man natürlich auch das gefühl, zu wissen, was man tut.
und das notwendige sachwissen und den hundeverstand dazu.
mehr dazu gibt es in den nächsten wochen hier im blog in einer dreiteiligen serie über die erfolgsgeheimnisse der hundeerziehung.
wenn du die nicht verpassen magst, dann am besten gleich den blog abonnieren!

 

 

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

Comments are closed.