hundeerziehung ist zuerst mal vertrauenssache

wenn wir uns an die hundeerziehung machen, denken wir erst mal an lernregeln oder die richtige belohnung oder das timing beim training.
das sind auch alles wichtige grundlagen.
davor aber braucht es nocht eine wesentlich wichtigere, damit erziehung überhaupt klappen kann:

vertrauen.

hat das dein hund nicht sowieso zu dir?
natürlich.
(außer, du hast gerade einen extremen angsthund frisch bei dir aufgenommen, dann dauert das erst mal).
dein hund weiß natürlich, dass du ihm nicht nach dem leben trachtest, dass du ihm verlässlich sein futter servierst und dass er sich hingebungsvoll an dich kuscheln kann, wenn er nähe sucht.

schwieriger wird es schon in jenen situationen im alltag, die nicht ganz reibungslos laufen:
wenn er an der leine andere hunde anpöbelt oder besucher im haus bellend stellt, dann ist das auch (nicht nur!)) immer ein zeichen für eines:
er hat in dem moment nicht das gefühl, sich wirklich auf dich verlassen zu können.
was meist auf gegenseitigkeit beruht.
bei solchen größeren problemen ist klar, dass man daran arbeiten muss.
und zwar an verschiedenen elementen, von denen eine das vertrauen in die führungsverantwortung (des menschen) einerseits und in die impulskontrolle (des hundes) andererseits ist.

und wie sieht das bei der erziehung selber aus?
wenn ihr den verlässlichen rückruf übt oder das gehen an lockerer leine,
wenn dein hund das abgeben oder “tauschen” einübt oder du ein kunststückchen mit ihm einstudierst,
welche rolle spielt das vertrauen dabei denn?

eine ganz zentrale!

online hundeschule

unglaublich oft stehen wir bei vermeintlich harmlosen kleinen übungen dem hund im weg (und damit uns selbst)
blockieren ihn beim lernen und lassen ihn ein klitzekleines (oder größeres) stückchen an unserem guten willen zweifeln.

genauer gehe ich auf diese ungewollten hindernisse nächsten dienstagabend beim webinar “drei blockaden in der hundeerziehung ganz einfach beseitigen” ein, zu dem du dich gleich hier (kostenlos) anmelden kannst:

ein ganz wesentlicher fehler im training ist jedenfalls der, nicht zuallererst sicherzustellen,
dass der hund sich in der trainingssituation wohl fühlt,
dass er sich vertrauensvoll ans lernen macht
und weiß, dass er sich jederzeit auf uns verlassen kann.

kann sich dein hund beim üben auf dich verlassen?

was ist damit konkret gemeint?

stell dir mal vor, du trainierst für irgendeine sportart oder lernst ein instrument
und das bei einem menschen, der dich alle paar minuten anschnauzt,
dir unangenehm auf die pelle rückt oder die faust ins gesicht schiebt
und wo du nie weißt, ob die anweisungen dir weiterhelfen oder dich auf abwege führen,
für die’s dann eine abmahnung gibt.

wie fühlst du dich da wohl?
wie gut wirst du beim lernen sein?
und wie sehr vertraust du deinem trainer oder deiner lehrerin?

so in etwa geht es vielen hunden beim üben.
natürlich nicht absichtlich.
einfach nur, weil wir menschen körpersprachlich gesehen oft grobe klötze sind,
weil wir für den hund unklare anweisungen im training geben
und uns dann ärgern, wenn er’s nicht richtig macht.

achte daher auf die folgenden drei dinge,
damit dein hund auch bei erziehungsaufgaben volles vertrauen in dich haben kann:

1. klarheit

stell sicher, dass du deinem hund ganz klar vermittelst, was er tun soll.
zeig ihm schritt für schritt, wie es geht, und bestätige alles, was er richtig macht.

je komplexer eine aufgabe ist, desto kleiner sollten die übungsschritte sein.
wir menschen neigen nämlich dazu, das “fertige” verhalten vor uns zu sehen und dann gleich vom hund zu erwarten,
der muss es aber erst mal stück für stück zusammenbasteln.

übrigens: klarheit hat nichts mit strenge zu tun.
das geht ganz sanft und freundlich.
es geht vielmehr um genauigkeit von seiten des menschen –
einerseits beim zerlegen der aufgabe in teilschritte in der richigen reihenfolge
und andererseits beim bestätigen von richtigem verhalten.

2. keine angst vor fehlern

fehler sind in jedem lernprozess unvermeidlich.
wie soll man denn auch sonst herausfinden, was funktioniert und was nicht?
mal ganz abgesehen davon, dass man nicht immer 100% konzentriert sein kann.

der größte vertrauensbruch beim üben wie im alltag passiert dann,
wenn der hund was nicht richtig macht.
ärger, unzufriedenheit oder gar ein schimpfen des menschen führen vor allem zu einem:

angst.
zur angst davor, fehler zu machen.
und vor allem zur angst vor dem menschen, der da schimpft oder vor sich hin brodelt.

bei sensiblen hunden sieht man die auch ganz deutlich.
aber lassen wir uns nicht täuschen: auch robusteren hundenaturen geht es ähnlich.
sie zeigen es nur anders: sie werden “stur”, “dickfellig”, unaufmerksam und unwillig.
alles zeichen davon, dass im übungsprozess was schief läuft.

wenn wir dann noch bedenken, dass die allermeisten fehler sowieso von unsereins stammen
und der hund sich nur in logischer folge davon nicht verhält, wie gewünscht,
dann ist das ein extra grund, den hund nicht für den fehler büßen zu lassen.

was man bei einem fehler stattdessen macht?
das falsche verhalten ignorieren,
tief ausatmen (um sich nicht zu ärgern)
und sich fragen, wie man selber es beim nächsten mal besser macht, damit der hund es richtig machen kann.

3. überforderung vermeiden

freudiges lernen klappt am besten, wenn man zwar ein bisschen gefordert wird,
aber nicht in der überforderung landet.

wir würden uns schön bedanken, wenn eine trainerin oder ein lehrer immer viel mehr von uns verlangt,
als wir physisch oder vom kopf her bieten können.
wer scheitert schon gern von vorneherein an einer aufgabe oder erlebt gern die frustration,
wenn etwas einfach nicht zu schaffen ist?
unser lieblingslehrer wird das sicher nicht!

in der hundeerziehung läuft das genauso.
wer von seinem hund dauernd zu viel verlangt oder länger übt, als der sich konzentrieren kann,
zahlt dafür einen hohen preis:

der hund beginnt, das üben selber und vor allem den menschen mit einer unangenehmen erfahrung zu assoziieren
und daher zu meiden.
das vertrauen, dass der mensch es gut mit ihm meint, ist dahin.

nun sind wir auch alle nur menschen und machen daher fehler beim üben mit dem hund.
auch für die gilt: ausatmen, nicht ärgern, im nächsten schritt besser machen.
wir sollten nur immer bedenken: egal, was wir mit dem hund grad üben oder im alltag von ihm verlangen,
wie wir das tun und wie wir darauf reagieren, wirkt sich auf die vertrauensbasis aus.

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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