das geheimnis hinter guter impulskontrolle beim hund – teil 2

wär das nicht schön, wenn der hund in jeder lebenslage ruhig und gelassen bleiben kann?

statt hektisch zu werden, an der leine zu ziehen, rumzubellen, alle anszuspringen oder gar auszurasten?

dazu brauch er vor allem eines:

impulskontrolle!

also selbsbeherrschung. die fähigkeit und die nervliche vergassung, einen impuls im zaum zu halten, statt ihm ungebremst nachzugeben.

dass das schwer sein kann, wissen wir menschen ja nur zu gut!
aus eigener erfahrung 🙂

für den hund ist es um nichts leichter, im gegenteil!

meist fehlt ihm erstens die einsicht in angemessenes verhalten, zweitens das korrekte feedback vom menschen  (ich sag nur versehentliches bestärken und unerwünschtem verhalten!) und drittens die möglichkeit, selber für die ruhe zu sorgen, die er für impulskontrolle brauchen würde.

im letzten blog-beitrag gab es bereits drei wichtige trainingstipps, wie man impulskontrolle beim hund aufbauen und ausbauen kann.

zur erinnerung, es ging darum:

  • nicht mit dem problem anzufangen
  • den grenzwert zu bestimmen
  • schritt für schritt vorzugehen

falls du teil 1 noch nicht gelesen hast, bitte den zuerst anschauen. wir knüpfen heute nahtlos an!

und falls du dich noch nicht zum kostenlosen webinar “impulskontrolle beim hund” angemeldet hast, dann kannst du das noch tun.

hier gibt’s die nächsten 3 tipps zum thema impulskontrolle:

 

1. es muss sich lohnen!

ein impuls ist eine starke motivation!

wenn der impuls da ist, auf einen anderen hund loszustürmen, dann braucht es schon gehörig energie, um sich selbst zu beherrschen und das nicht zu tun.

selbstbeherrschung ist anstrengend.

warum sollte der hund das also tun?

bloss, weil es dir unangenehm ist, wenn er lossprintet oder menschen anspringt?

sicher nicht! da muss schon eine andere motivation her.
und zwar eine, die mithalten kann!

das kann tolle futterbelohnung sein.

heißer tipp: am besten funktioniert die kombination von “klare aufgabe” (beispielsweise ruhig sitzen bleiben statt hinrennen) und “tolle belohnung” fürs richtigmachen.

sonst belohnst du am ende noch den versuch, nur ja hinzusprinten mit der leberpastete vor der nase, die du als “ablenkung” hinhältst.
und jetzt ein kleines geheimnis:  

am besten trainiert man impulskontrolle erst mal mit dingen, die auch spaß machen!

nur warten, während der andere hund vorbeimarschiert, macht keinen spaß.

aber wenn es ein neues spiel gibt,  das spaß macht UND gleichzeitig den “muskel” für die impulskontrolle trainiert, dann ist das gleich was anderes!

wie das geht?

am besten mit diesen beiden dingen:

  • geschicklichkeitsübungen
    wackelige untergründe, kreuz und quer liegende stangen oder einen slalom aus töpfen geschickt zu bewältigen erfordert ruhiges konzentriertes vorgehen. mit drauflosstürmen geht da gar nichts. drum sind alle übungen, die konzentration und körperkoordination schulen, wunderbare übungen für impulskontrolle. und sie machen spaß!
    (halte ausschau nach dem demnächst startenden kurs “hund in balance”, wenn du das nutzen magst)
  • entspanntes bleiben
    nichts weiter tun müssen für eine belohnung als einfach nur ruhig und entspannt (!) sitzen oder liegen bleiben, während der eigene mensch um einen rumturnt und später auch andere ablenkungen vorkommen,  das ist doch mal eine erfahrung! wann wird ein hund schon fürs entspannt bleiben belohnt, fürs nichts tun, fürs einfach aufs keksi warten.
    wichtig ist dabei alledings, dass das bleiben so aufgebaut ist, dass die entspannung von anfang an drin ist. da hapert’s meistens (und darum gibt es das “bombenfeste bleib”)

 

2. stresspegel niedrig halten

manchmal möchte der hund ja, aber es geht einfach nicht.

er möchte die leine locker lassen,
er möchte vorm besucher ruhig sitzen bleiben,
er möchte den anderen hund still passieren lassen,

aber die aufregung beutelt ihn zu sehr, die stresshormoe randalieren.

und dann geht nichts mehr.

(es soll ja auch menschen geben, die unter stress schon mal mit fahrigem verhalten oder rumschnauzen reagieren).

die rechnung ist ganz simpel:

je höher der stress, desto niedriger die impulskontrolle.

da führt kein trainnig dran vorbei.

also unbedingt erst mal den stressabbau angehen, bevor du von deinem hund selbstbeherrschtes verhalten verlangst!

 

3. training für das echte leben

nun hast du also brav in der hundeschule oder daheim im garten geübt.

dein hund hat gelernt, geduldig neben einem leckerchen zu warten,
ruhig an der leine zu gehen, wenn ein anderer hund da ist,
gelassen neben dir sitzen zu bleiben, wenn jemand an euch vorbeiläuft.

und dann gehst du raus und spazieren und nichts klappt mehr!
zumindest nicht so richtig.

das hat 2 gründe:

erstens ist es “draußen” im echten leben meist aufregender als im garten oder der gewohnten hundeschule. rechne also damit, dass nur die hälfte von dem, was im gewohnten rahmen klappt, auch “draußen” klappen wird.

und zweitens können hunde unglaublich genau unterscheiden zwischen der übungssituation und dem ernstfall. nicht zuletzt, weil ihr mensch sich im ernstfall deutlich anders verhält als in der entspannten übungssituation.

achte also drauf, dass du
– erstens genügend schwierige trainingssituationen geübt hast, damit die dann leichteren alltagssituationen klappen, und dass du
– zweitens die übungen so in euren alltag einstreust und bei echtfall-situationen genauso cool reagierst wie beim üben, damit dein hund nie weiss “ah, jetzt ist üben angesagt – alles cool” und dann umschaltet auf  “he, moment, das ist jetzt ernst und jetzt wird reingebrettert”

wenn du alle 6 tipps für deinen hund verwendest, dann wird schon bald die impulskontrolle ganz wunderbar funktionieren…. zumindest bei deinem hund :-).

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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