spaziergänge durch wald und wiese sind wesentlich problemloser und entspannter, wenn der hund am weg bleibt
statt links und rechts in der wiese zu schnüffeln oder das gebüsch zu erkunden.
verlockungen und gefahren für den hund – in welcher form immer – lauern üblicherweise nicht am weg.
abseits des weges aber sind frische wildspuren, hinterlassenschaften so mancher tiere (und leider auch menschen)
oder gar lebendige tiere in ihrem versteck, die auch gerne versteckt bleiben würden.
der hund läuft viel weniger gefahr, einer solchen verlockung zu erliegen
oder ihr immer weiter in die wiese oder den wald zu folgen – und damit aus der reichweite des menschen –
wenn er auf dem weg bleibt.
ist der hund an der schleppleine, kann er sich zwar nicht vom acker machen,
aber abseits des weges rasch in büschen oder zweigen verheddern –
einer der hauptgründe, warum viele menschen die schleppleine ungern verwenden.
im freilauf ist es nochmal wichtiger, damit der hund erst gar nicht auf falsche ideen kommt
und sich alleine vom acker macht.
ganz nach dem motto: erst gar nicht in versuchung führen.
klarerweise ist für den freilauf ein funktionierender rückruf wichtig, nur am weg bleiben alleine reicht da nicht.
(sehr viel mehr an tipps und infos dazu gibt es demnächst im neuen webinar „prompter rückruf in allen lebenslagen“, für das du dir gleich hier deinen platz sichern kannst (kostenlos):.
wie aber lernt der hund, am weg zu bleiben und nicht abzuschweifen?
1. was heißt „am weg“?
fangen wir erst mal mit einer definition davon an, was „am weg“ eigentlich heißt.
das muss nämlich jede/r für sich erst mal festlegen.
wir stehen dabei vor einem gewissen dilemma:
einerseits soll der hund sein erkundungsverhalten normal ausleben können
und vielerorts sind die spannenden dinge zum erkunden eben am wegrand.
andererseits soll der hund am weg bleiben, statt allzusehr auf eigene faust loszuziehen.
ein kompromiss ist da gefordert.
der sieht je nach hund und gelände unterschiedlich aus.
wer ein übersichtliches gelände hat, zum beispiel frei einsehbare wiesenlandschaften,
und einen hund, der ohnehin gern in der nähe des menschen bleibt und keinerlei jagdliche ambitionen zeigt,
kann „am weg“ deutlich großzügiger auslegen.
das kann dann zum beispiel bedeuten:
der erlaubte bewegungsbereich besteht aus dem weg und jeweils einem meter streifen links und rechts davon.
hat man jedoch einen hund, der entweder gern jagt oder gern alles fressbare aufstöbert
und ist mit dem in einem dicht bewachsenen gelände unterwegs,
wo an beiden seiten des weges gebüsch oder hoher bewuchs stehen,
sollte man „am weg“ etwas enger definieren.
das könnte dann zum beispiel bedeuten:
du darfst die nase und den kopf gern über den wegrand hinausstrecken und schnüffeln,
aber die pfoten bleiben am weg.
oder aber kopf und vorderpfoten dürfen über den wegrand hinaustreten,
nicht aber die hinterpfoten.
wichtig ist, das für den jeweiligen hund und sich selber klar definiert zu haben,
denn nur dann lässt sich das training korrekt aufbauen
und nur, wenn das dem menschen klar ist, kann es auch für den hund nachvollziehbar werden.
2. belohnen, belohnen, belohnen
jedes training sollte damit anfangen, dass der hund fürs richtige verhalten belohnt wird.
in diesem fall ist das sogar ziemlich leicht,
weil das richtige verhalten nicht erst mühsam herbeigeführt oder der hund dazu verlockt werden muss.
es fängt ja jeder spaziergang normalerweise auf dem weg an
und der hund springt nicht gleich beim ersten schritt 10 meter ins gebüsch.
man hat also gleich von anfang an die gelegenheit,
den hund fürs richtige verhalten zu belohnen.
das richtige verhalten ist schlicht: er ist „am weg“,
mehr muss er gar nicht tun und schon gibt es belohnung.
immer wieder.
natürlich weiß der hund am anfang nicht,
warum sein mensch plötzlich so freizügig kekse verteilt oder so häufig mit der stimme lobt.
er wird aber rasch draufkommen, worum es geht,
wenn die belohnung jedenfalls sofort aufhört,
wenn der den weg verlässt (mehr dazu unter punkt 3).
außerdem wechseln wir rasch von der häufigen belohnung für das laufen am weg
zu einer gezielteren belohnung in den momenten,
wo der hund kurz überlegt, den weg zu verlassen und sich dafür entscheidet, doch am weg zu bleiben.
da ist nun die genaue beobachtung durch den menschen gefragt.
man merkt ja, wenn irgendwas abseits des weges das interesse des hundes weckt.
zwei momente eignen sich dann gut für die gezielte belohnung:
erstens, wenn der hund was in die nase bekommen hat, aber noch am weg ist: sofort belohnen.
zweitens, wenn der hund überlegt, der verlockung vielleicht ein oder zwei schritte folgt
und sich dann abwendet.
perfektes timing wäre, wenn man den moment erwischt,
wo der hund sich grad entscheidet, am weg zu bleiben bzw. den ersten schritt, mit dem er sich abwendet.
was aber, wenn er den weg verlassen möchte oder es sogar tut?
3. am weg halten (oder freigeben)
macht der hund anstalten, den weg zu verlassen
(also den oben definierten bewegungsraum von „am weg“),
muss der mensch schnell einschreiten.
und zwar freundlich!
der hund soll nicht mit einem strengen kommando oder einem abbruchsignal abgestoppt werden,
das würde nämlich unlust oder sogar meideverhalten dem menschen gegenüber erzeugen
und ihn eher vom weg „wegdrücken“ als ihn darauf zu halten (oder zurückzuholen).
stattdessen nutzen wir unser aufmerksamkeitssignal oder (falls er funktioniert) den hundenamen,
damit der hund sich wieder dem menschen zu- und damit automatisch vom verlockenden gelände abwendet.
für seine aufmerksamkeit wird der hund wieder belohnt,
schließlich ist er dabei automatisch wieder „am weg“.
wichtig: unbedingt darauf achten,
den hund rechtzeitig mit dem signal anzusprechen, bevor der den weg bereits verlassen hat.
wir wollen ihm ja nicht beibringen, vom weg wegzulaufen, damit der mensch ihn dann anspricht und belohnt.
der hund soll möglichst nicht korrigiert werden müssen, weil er schon vom weg abgewichen ist,
sondern mit dem aufmerksamkeitssignal am weg gehalten werden, bevor er ihn überhaupt verlassen kann.
natürlich gibt es immer wieder situationen, wo der hund den weg verlassen darf oder sogar soll.
ein suchspiel in der wiese oder spielen mit einem anderen hund wäre sonst ja gar nicht möglich.
das wird ihm dann aber mit einem eigenen signal bedeutet.
das kann euer normales signal fürs freigeben sein oder schlicht das signal für die jeweilige übung („such“,….).
hauptsache dem hund ist klar:
solange es die freigabe nicht gibt, bleibt er von sich aus auf dem weg.

