wie man hunde auslastet und nicht bloss beschäftigt

es ist wichtig, dass man den hund auslastet.  so viel ist klar.
er braucht die passende auslastung für sein körperliches wohlbefinden genauso wie für seine emotionale ausgeglichenheit.

allerdings verstecken sich hinter dem wort “auslastung” die unterschiedlichsten vorstellungen.
viele davon sind leider falsch.
und dass führt dazu, dass viele hunde von allem möglichen zuviel bekommen,
von der notwendigen tatsächlichen auslastung aber zu wenig.
wie macht man’s nun richtig?

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was auslastung bieten muss

wenn wir von (sinnvoller) auslastung reden, dann ist damit gemeint, dass der hund tätigkeiten nachgehen kann,
– die seiner körperlichen gesundherhaltung dienen, zum beispiel spaziergänge für die bewegung,
– die ihm das ausleben von hundegemäßen (und zivilisations-konformen) verhaltensweisen erlaubt, wie das erkundungsverhalten, und
– die ihm das erproben und nutzen seiner geistigen fähigkeiten ermöglichen, wie etwa bei der nasenarbeit

wenn man seinem hund auslastung bieten möchte, sollte man sich daher immer fragen:
ist das das passende maß an körperlicher bewegung für meinen hund?
kann er hunde-verhalten ausleben und werden seine geistigen fähigkeiten gefordert?

bei einer ehrlichen antwort darauf merkt man recht schnell,
dass flott neben dem rad herlaufen, die immer gleiche reihenfolge an einfachen hindernissen (wie im breitensport) oder eine simple leckerli-suche in der wohnung diesen anforderungen nicht genügen.

fast immer gibt es zu viel körperliche action oder einseitige beanspruchung,
zu viel schon bekanntes und gewohntes und zu wenig zum tatsächlich erkunden oder wirklich nachdenken.

natürlich kommt das immer auch auf den hund an.

was passt für welchen hund?

ein junghund hat andere bedürfnisse als ein senior,
ein mops andere als ein whippet.
ihr körperliche leistungsfähigkeit unterscheidet sich stark.

beim bewegungspensum wird das in der regel gut berücksichtigt.
anders schaut es aber bei den anderen aspekten der auslastung aus.

was für den einen hund eine aufregende runde im wald voller abenteuer und entdeckungen ist,
ist für den anderen eher langweilige routine
und wieder einen anderen schon die völlige überforderung mit neuen eindrücken.

erst recht gilt das für die geistige auslastung.
da gibt es inzwischen eine schier unüberschaubare palette an sparten und disziplinen,
bei der sich längst nicht alles für jeden hung gleich gut eignet
während andererseits viel zu vieles erst gar nicht ausprobiert wird, was gut passen könnte.

zu berücksichtigen sind dabei
– alter und ausdauer des hundes
– rasseeignung und herausgezüchtete eigenschaften
– naturell und wesen des hundes
– erfahrung und routine mit lernen

genaueres zu den einzelnen typen und der passenden auslastung für sie gibt es demnächst im (kostenlosen) webinar “welche auslastung für welchen hundetyp”, für das du dir gleich hier deinen platz reservieren kannst:

die kernfrage dabei ist immer: bekommt der hund etwas, was er erst begreifen oder verarbeiten muss und kann er das auch bewältigen?

beschäftigung versus auslastung

es geht also darum, den hund zu fordern.
ohne ihn zu unterfordern oder zu überfordern.

natürlich kann es auch dem schnüffelerprobten hund spaß machen,
im wohnzimmer ein paar leckerchen zu suchen.
das fällt in die kategorie “nette beschäftigung und gratis futter”.
auslastung bietet das keine, dazu ist die sache viel zu einfach.

den hund den halben nachmittag im garten rumlaufen zu lassen
(zu dem thema hund im garten hab ich ja letztesn ein paar anmerkungen gemacht),
bietet im günstigen fall ebenfalls beschäftigung.
zu entdecken oder geistig zu verarbeiten gibt es üblicherweise im gewohnten garten wenig.

das gilt übrigens für viele tätigkeiten:
schwimmen gehen, treffen mit hundefreunden, hundeschul-übungen festigen,…..
es sind alles beschäftigungen, die der hund hoffentlich genießt.

allerdings bieten sie nicht automatisch auslastung.
und das muss einem klar sein.
geistige auslastung ist es nur, wenn der hund mit dem kopf verarbeiten,
neues lernen oder wirklich nachdenken muss.

bei vielen dingen, die wir mit dem hund zu seiner “auslastung” unternehmen, trifft das nicht zu.
sie mögen körperlich fordernd sein,
sie mögen spaß machen und eine nette beschäftigung bieten.
sie zählen aber nicht wirklich als auslastung.

wenn man das nicht im auge behält, passiert es leicht,
dass der hund zwar (zu) viel zu tun hat, aber nicht die nötige auslastung bekommt.

 

 

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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