wenn der hund das dummy immer ausspuckt

wenn der hund das dummy immer ausspuckt oder dir das suchobjekt vor die füße wirft, ist das zwar genaugenommen kein drama.
außer du machst das ganze für prüfungen oder turniere.
lästig ist es aber doch – vor allem, wenn er es schon 2 meter vor deinen füßen fallen lässt und du es dir selber holen kannst.
oder aber den hund nochmal und nochmal auffordern musst, es bis zu dir zu bringen.
da wird aus einer ruhigen bring-aufgabe schnell ein hektisches gefummel am ende.

alleine bist du mit dem problem aber keinesfalls.
es ist ganz im gegenteil bei sämtlichen such- und apportieraufgaben ein weit verbreitetes phänomen.
irgendwas muss da also besonders leicht schief gehen.

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falscher fokus

bei apportier-aufgaben oder beim suchen und bringen von suchobjekten (oder auch gegenständen im tricktraining wie beim “hatschi”) konzentrieren wir uns in der regel auf eines:

darauf, dass der hund den gewünschten gegenstand nimmt und uns bringt.
das ist für den hund in aller regel aber der einfachste teil.

schwierig sind zwei andere aufgaben:
dass er sich erstens für den gegenstand überhaupt interessiert und ins maul nimmt
(was manche hunde fast von selber machen, andere aber lernen müssen –
vor allem, wenn der gegenstand vorher nicht geworfen, sondern versteckt wird).

und zweitens das ruhige und gezielte abgeben des gegenstands in die hand des menschen.
je größer die aufregung beim apportieren ist,
je mehr das über hetzen der “beute”  und anfeuernde zurufe vom menschen aufgebaut wurde,
desto schwieriger ist das korrekte abgeben am ende.

dazu wäre nämlich nötig, dass – wie bei jeder verhaltenskette (apportieren ist ja nichts anderes)
das ende zuerst geübt wird: alo das, was der hund am schluss tun soll.
beim apportieren ist das eben, den dummy oder das suchobjekt in die hand des menschen zu geben
und zwar auf signal.

dazu muss er das ding natürlich erst mal interessant finden,
ins maul nehmen, im maul halten und warten, bis sein signal fürs abgeben kommt.
genau das ist die zentrale aufgabe beim aufbau vom apportieren.

der rest ergibt sich dann praktisch von selber.
denn egal, wie weit ein dummy geworfen wird oder wie gut ein suchobjekt versteckt wurde,
es geht letzten endes für den hund immer ums selbe:

nimm es ins maul – wozu er es erst mal gefunden haben muss.
gib es dem menschen in die hand – wozu er erst mal zum menschen laufen muss.

legt man beim aufbau der übung den fokus auf diese beiden schwerpunkte,
dann vermeidet man das lästige ausspucken des dummys problemlos.
(eine genaue anleitung dazu gibt es übrigens im online kurs “such und bring”)

falsches belohnen

es gibt eine wichtige regel, die wir beim belohnen oft zuwenig beachten:

die belohnung beendet das verhalten.

im normalen training ist das meist kein großes problem:
der hund hat sein sitz oder platz ausgeführt, bekommt seine bestätigung und darf wieder aufstehen
oder er soll noch “bleiben” und bekommt seine belohnung erst später oder eben ein neues signal.

bei einer aufgabe auf distanz ist das schon etwas schwieriger.
für den hund gilt die regel noch immer.
nur wir menschen haben meist nicht die geduld oder die selbstbeherrschung,
das ende der aufgabe abzuwarten.

wir freuen uns so, dass der hund das dumm aufgenommen oder das suchobjekt gefunden hat
und dass er es jetzt ins maul nimmt und mit dem ding auf uns zustrebt,
dass wir da schon ins loben gehen.
unser freudiges “super”, “brav machst du das!” ist für den hund aber nichts anderes als belohnung.
und damit das ende der übung – aus seiner sicht.

achte beim nächsten mal drauf:
dann wirst du sehen, dass dein hund den dummy genau in dem moment ausspuckt,
wo du ihn grade lobst.

das ganze ist zum glück leicht behoben:
du musst einfach nur deine begeisterung und das loben zurückhalten,
bis der gegenstand in deiner hand ist.

dann passt wieder alles.

 

 

 

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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