was signale in der hundeerziehung mit marmeladengläsern zu tun haben

signale in der hundeerziehung sind klare botschaften,
die verlässlich ein bestimmtes verhalten auslösen.

kommando oder befehle hieß es früher ganz martialisch.
doch das verleitet zu sehr zu herrischem tonfall oder lauten ansagen,
die nichts bringen.

damit ein hund tut, was man möchte und ihm grade per geste oder wort ansagt,
muss man nicht den feldwebel raushängen lassen.

im gegenteil!
das führt nur zu oft zu meideverhalten
und einem hund, der extra „nicht hört“,
einem menschen, der immer lauter wird,
und einer beziehung, die angeschlagen ist.

ein hund tut dann das, was man ihm sagt, wenn er es richtig gelernt hat.
am besten ohne druck, ohne korrekturen von fehlern,
sondern indem man ihm von anfang an beibringt,
das richtige von sich aus zu tun.

tipps wie man das erreicht, gibt’s dann demnächst im neuen webinar „richtiges verhalten: freiwillig und gerne!“, zu dem du dich gleich hier anmelden kannst:

heute wollen wir uns damit beschäftigen,
welche rolle den signalen in der hundeerziehung beikommt.
denn da geht in der praxis öfter mal was schief,
was ansonsten gut geplantes training wieder beschädigt.

kardinalfehler nummer 1: das sinnlose wort

als menschen haben wir meist eine klare vorstellung von einer übung
und wollen die dem hund am liebsten gleich von anfang ansagen.
mal ganz davon abgesehen, dass wir immer meinen,
wir müssten den hund mit einem wort „starten“.

dann steht der mensch vor seinem welpen und sagt 5 mal „platz“.
der welpe schaut ihn nur verständnislos an
oder wedelt freudig, weil sein mensch sich intensiv mit ihm beschäftigt.
nur hinlegen tut er sich nicht.

weil er gar nicht weiß, was „platz“ heißt.
für ihn ist es anfangs eins von vielen wörtern, die menschen im lauf des tages so produzieren.
es ist noch kein signal, es ist bloß ein sinnloses wort.

zu einem signal wird ein wort erst,
wenn der hund verstanden und verknüpft hat,
zu welchem verhalten es gehört.

erst muss das verhalten da sein.
erst muss der hund verstanden haben, dass der mensch dieses bestimmte verhalten möchte.
dann erst benennt man dieses verhalten mit einem wort
und erst wenn der hund eine verknüpfung zwischen verhalten und wort hergestellt hat,
haben wir ein signal.

das ist ein bisschen wie beim marmelade einkochen.
erst kochst du die marmelade,
dann füllst du sie ins glas
und dann erst klebst du dein etikett mit dem namen der marmelade drauf.

das fertige (!) verhalten wäre in unserem vergleich
die im glas abgefüllte marmelade,
das etikett dann das signal.

online hundeschule

so wie du ins glas mit der aufschrift „erdbeermarmelade“
keine rohen erdbeerstückchen füllst,
so solltest du ein nur ansatzweise vorhandenes verhalten
auch noch nicht mit einem signalwort verknüpfen.

schon gar nicht „klebst“ du dein signalwort
auf ein verhalten, das mal erdbeerstückchen im glas, mal erdbeermarmelade und mal himbeergelee entspricht.

wie ein „platz“, wenn der hund dabei mal stehenbleibt, mal absitzt und mal nach 5 aufforderungen sich zögerlich hinlegt.

zuerst muss immer das verhalten des hundes eindeutig da sein,
so wie du es haben möchtest (und nicht nur irgendeine annäherung),
dann erst kommt dein signalwort.

was du bis dahin machst?
du hälst die klappe :-).
und konzentrierst dich darauf, das gewünschte verhalten erst mal verlässlich herbeizuführen.

kardinalfehler nr. 2:  mehrere etiketten für eine sorte

so wie du nicht mit einem wort verschiedene „inhalte“ benennst,
(also unterschiedliche ausführungen eines verhaltens, wo das meiste noch nicht wirklich passt)
so gilt auch umkehrt:

ein bestimmtes verhalten soll immer nur mit einem bestimmten signal verknüpft sein.

stell dir mal vor, dich schickt jemand erdbeermarmelade holen
und du findest dich vor einem regal wieder, in dem gläser mit der aufschrift
„pfirsich“, „himbeere“, „pflaume“ und „brombeere“ stehen –
und in jedem glas ist letztlich erdbeermarmelade drin.

ganz schön verwirrend!
und so dumm, dass das keiner machen würde.

wenn es aber darum geht, den hund zu sich zu rufen,
dann haben ganz viele menschen gleich mehrere „etiketten“ dafür.
„komm“, „hundename“, „hierher“, pfiff, schnalzen, „mach schon“…. und so weiter.

der hund versucht sich zu orientieren und rauszufinden, was das denn jeweils heißen soll –
dass alles nur bezeichnungen für den selben inhalt sind („komm sofort zu mir gelaufen“), erzeugt nur verwirrung.

ein gutes signal ist daher immer eindeutig, klar verständlich und vom hund mit genau dem richtigen verhalten verknüpft.
was wir in der theorie ja wissen.

warum es trotzdem die vielen wörter für die selbe gewünschte reaktion gibt?
weil wir mit einem angefangen haben und das dann nicht mehr recht funktioniert,
dann nehmen wir ein anderes dazu, bis auch das nicht mehr so toll klappt
und dann noch eins… du kennst das ja.

kardinalfehler 3:  die endlosen wiederholungen

schuld daran ist unsere tendenz, signale zu wiederholen.
was wir auch wissen, dass wir nicht tun sollten.
warum wir es trotzdem machen und mit welchem trick wir das in den griff bekommen, dazu dann nächste woche mehr!

(am besten den blog gleich abonnieren, damit du den artikel nicht verpasst).

 

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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