probleme mit dem galopp – ein einfacher test, wie du die ursache erkennst

probleme mit dem galopp zählen zu den häufigsten reitproblemen, auf die man trifft.

was wenig verwundert, weil viele probleme beim reiten erst im galopp so richtig spürbar werden.
im schritt und im trab mogelt sich das pferd vielleicht noch drüber oder dem menschen fällt es einfach nicht auf.

doch im galopp kann man sie nicht mehr übersehen.

das pferd springt falsch an, es kann nicht um die kurve galoppieren oder sich im galopp am zirkel halten, es ist überhaupt kaum in den galopp zu bringen oder buckelt gleich los.  da kann schon einiges schief gehen!

doch wie kriegt man das wieder hin?

dazu muss man erst mal herausfinden, wo die wurzeln des problems liegen.

die können natürlich vielfältig sein – zum beispiel chronische verspannungen oder probleme im bewegungsappart – und oft kommt man um eine gründliche tierärztliche und osteopathische untersuchung nicht herum.

doch hier gibt’s mal einen einfachen test, wie du die rausfindest, was die ausbildungsbedingten ursachen sein könnten.

teste den galopp!

galoppieren ist eine natürliche bewegungsart des pferdes, das können auf der koppel alle pferde. schwierig wird es, wenn sie auf begrenztem raum und / oder mit einem menschen auf dem rücken galoppieren sollen.

das erfordert einiges mehr an körperlicher koordiation und korrektem bewegungsablauf.

einen hinweis drauf, wo der wurm drin steckt, kann dir dieser simple test geben.

vorab:  voraussetzung für die übungen ist, dass dein pferd die aufgabe selber kennt und versteht und nicht grad frisch und übermütig von der koppel kommt und sich erst mal ausfetzen will. also gut aufwärmen vorher und dann erst den galopp anschauen.

 

1.  galopp in der freiarbeit

teste als erstes, wie sich dein pferd auf dem reitplatz oder in der halle in der freiarbeit mit dem galopp tut.
lass es nach dem aufwärmen angaloppieren.

galoppiert es problemlos an und bleibt ein paar runden im galopp?
springt es beim richtungswechsel spontan von selber um?
dann ist alles gut.

wenn du aber eines oder mehrere der folgenden dinge siehst,
– dass das pferd nur sehr zäh und unwillig angaloppiert (obwohl es gut aufgewärmt ist)
– dass das pferd sehr schnell wird und dann die kurve nicht schafft
– dass das pferd nach der langen seite wieder in den trab wechselt
– dass das pferd einen langen bremsweg braucht, um wieder in den trab zu wechseln oder überhaupt schwer durchzuparieren ist,

dann hast du als wahrscheinliche

ursache: ein gleichgewichtsproblem
es fällt zu sehr auf die vorhand und rennt seinem gleichgewicht vergeblich hinterher und kann daher schlecht bremsen und in der kurve im galopp bleiben.

2.  galopp an der longe

wenn beim freigalopp alles gut lief, testest du als nächstes den galopp an der longe.

achte drauf, dass der zirkel gross genug ist, denn galopp am kleinen zirkel braucht schon etwas fortgeschrittenere gymnastizierung.

wenn das pferd den galopp auf beiden seiten über mehrere runden halten kann und im wesentlichen korrekt anspringt, dann ist alles gut.

wenn du aber merkst,
– dass das pferd nur auf einer hand gut angaloppiert, aber sehr schwer auf der anderen
– dass das pferd immer nur eine halbe runde oder so schafft und dann ausbricht oder nach innen driftet
– dass das pferd sich schwer auf deine hand legt und es kraft kostet, an der loge gegenzuhalten
– dass das pferd widerwillig wird, den kopf hoch nimmt oder buckelt

dann hast du als wahrscheinliche

ursache 1: zuwenig hinterhand-aktion
pferde laufen von natur aus eher auf der vorhand und müssen erst lernen und muskeln aufbauen, um die hinterhand effektiv einsetzen zu können. ohne eine aktiv arbeitende hinterhand und die nötige biegung kommt das pferd im galopp nicht um die kurve.

oder aber

ursache 2:  blockierte schulter
wenn das pferd sich auf einer hand deutlich mehr plagt auf der anderen oder schon nach einer halben runde aus dem zirkel ausbricht, dann liegt es meist daran, dass die schulter blockiert ist – meist aufgrund chronischer verspannungen und einer generellen vorhandlastigkeit des pferdes.

3.  galopp an der longe mit sattel

wenn das pferd an der longe sauber galoppiert, ist der nächste schritt genau dasselbe mit dem sattel auf dem rücken zu machen.

wenn es mit dem sattel genauso schön auf dem zirkel galoppiert wie ohne, dann ist alles gut.

wenn es allerdings nun weniger gut läuft,
– wenn das pferd buckelt oder unwilligkeit zeit
– wenn es nicht den ganzen zirkel hindurch leicht im galopp bleiben kann
– wenn es ausbricht oder mit dem kopf nach außen zieht

dann hast du als wahrscheinliche

ursache:  schlecht sitzender sattel
wenn der sattel zu eng ist, die bewegung des schulterblattes blockiert und die enden des sattelbaums in die muskulatur drücken, dann kann das pferd nicht locker galoppieren.

der sattel sitzt natürlich auch in den anderen gangarten nicht gut,
doch im galopp findet die größte bewegung der schulter statt, wenn dann der sattel zwickt, dann merkt man das deutlich.

4.  galopp mit dem menschen im sattel

wenn das pferd sowohl frei als auch an der longe und auch mit sattel problemlos galoppiert ist, kommt als nächstes der mensch in den sattel.

bleibt der galopp weiterhin schön, auch auf dem zirkel, dann ist alles gut.

wenn nicht, nun – dann sitzt das problem im sattel.

die ursache kann sein, dass  du dich zu sehr in den zügel klammerst und das pferd in der bewegung blockierst.
oder aber – die weit häufigere ursache – dein sitzt sitzt nicht so ganz und behindert das pferd in der bewegung.

 

das gute: weiß man mal, wo in etwas das problem seinen ursprung hat, kann man viel gezielter und leichter was dagegen tun!

 

 

 

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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