wenn’s nicht so richtig klappt: probleme bei der hundeerziehung an der wurzel packen

wer probleme bei der hundeerziehung hat, sitzt in aller regel ja nicht rum und wartet, dass sie von selber verschwinden.
(was sie eher nicht tun).

man versucht natürlich, mit dem hund daran zu arbeiten,
man hat sich tipps geholt und macht sich ans üben.
aber so wirklich will sich der erfolg nicht einstellen.

waren die tipps also falsch? nicht unbedingt.
sehr oft sind es völlig richtige ansätze.

ist der hund so stur oder widersätzlich? online hundeschule

nein, sicher nicht.
er folgt nur seiner logik und dem, was er gelernt hat.

liegt es also am menschen und ist der unfähig?
auch nicht. natürlich ist der mensch in der hundeerziehung ein zentraler faktor.
und fehler können schon passieren.
aber hartnäckige probleme bei der hundeerziehung liegen in aller regel nicht daran,
dass der mensch die übungen falsch machen würde.

nein, die sache hat einen anderen grund.
probleme bei der hundeerziehung werden nämlich sehr oft falsch angegangen.
wirklich sehr oft!

wenn man versucht, das pferd von hinten aufzuzäumen
oder gar statt zaumzeug einen schlafanzug verwenden will,
dann klappt das natürlich nicht!

probleme bei der hundeerziehung sind ohne den richtigen ansatz nicht in den griff zu kriegen.
was damit gemeint ist, will ich hier mal anhand von drei punkten erläutern.

sehr viel ausführlicher wird das in meiner dreiteiligen (kostenlosen) video-reihe “erfolgreiche hundeerziehung leicht gemacht” erklärt.
du kannst dich hier eintragen und das erste video gleich anschauen
(wenn video 2 und 3 online gehen, wirst du gleich benachrichtigt, alles kostenlos!)

1. das problem ist gar nicht das problem

wenn wir ein problem bei der hundeerziehung haben und es lösten wollen, was tun wir dann logischerweise?
genau, wir stürzen uns direkt aufs problem.

sagen wir, der hund flippt an der leine aus, wenn er andere hunde sieht.
also hätten wir gern eine übung oder etwas, was wir machen können,
damit er sich wieder beruhigt oder noch besser erst gar nicht ausflippt.

das problem lässt sich aber so nicht lösen.
denn dazu muss man an die ursachen ran:

hat der hund so viel stress, dass er schon bei kleinen aufregungen die nerven verliert?
hat er angst vor anderen hunden und das gefühl, sich wehren zu müssen?
macht er an der leine sowieso, was er will und ist gefrustet, wenn das plötzlich nicht mehr geht?
hat er nie gelernt, sich an seinem menschen zu orientieren oder vertraut ihm im zweifelsfall nicht?
macht er das ganze theater, weil er glaubt das gehört so und er damit maximale aufmerksamkeit bekommt?
liegt gar ein medizinisches problem vor (stichwort schilddrüse z.b.), das ihn extra unleidlich macht?

da ließen sich noch eine reihe weiterer möglicher ursachen abfragen.
solange man die nicht angeht, bleibt das rumdoktern am problem fruchtlos.

2. das fundament ist wackelig

probleme bei der hundeerziehung lösen ist ein bisschen, wie ein haus bauen.
man braucht zuerst ein solides fundament, sonst fällt das ganze früher oder später in sich zusammen.
zuerst den dachstuhl bauen wollen, bevor das fundament steht, bringt auch nicht viel.

bei der hundeerziehung machen wir das aber überraschend oft.
der hund soll fremde menschen im haus nicht so wild verbellen, schafft das aber selbst im freien auf 100 meter abstand nicht.
er soll ruhig neben einem sitzen bleiben, wenn ein kind kreischend vorbei läuft, aber selbst beim üben im wohnzimmer hat er hummeln im hintern und steht nach jedem sitz sofort wieder auf.

es ist also ersten der trainingsstand noch gar nicht da, auf dem man aufbauen und sich an die problemsituationen ranwagen könnte.
das ist übrigens der grund, warum man so oft hört
“das (trainingsmethode/übung der wahl) hab ich eh schon probiert, aber das klappt bei uns nicht.”
die trainingsmethode kann goldrichtig sein, aber die grundlagen fehlen noch.

das gilt auch im übertragenen sinn:
ein zentraler teil des “fundaments” fürs bewältigen von problemen bei der hundeerziehung ist die beziehung zwischen hund und mensch.
die spielt eine viel größere rolle, als in hundeschulen oder von hundetrainern oft berücksichtigt wird.
(vernünftige) erziehung kann erst anfangen, wenn die beziehung passt.
wobei jetzt nicht die bindung oder deine liebe zum hund gemeint sind. mehr dazu im video.

3. das training läuft ohne plan

es klingt so banal: es braucht ein klares ziel und einen plan,
wenn du bestehende probleme bei der hundeerziehung in den griff kriegen willst.
und nein, “ich will, dass der hund das bleiben lässt” reicht noch nicht.

schließlich trittst du eine reise zu einem bestimmten konzert oder einer konferenz auch nicht an,
ohne zu wissen, wo genau die sache stattfindet, oder mit dem versuch, zuerst die letzten 3km zum ziel zurückzulegen,
dann mal ein stück in der mitte und – weil’s dort so nett ist – in die entgegengesetzte richtung zu fahren.

bei der hundeerziehung fehlt uns der plan oft, weil gar nicht klar ist,
dass es auch dabei einzelne etappen gibt.

man kann zum beispiel dem hund genau gar nichts beibringen,
wenn der- aus welchen gründen auch immer – mit seiner aufmerksamkeit überall ist nur nicht bei dir.
also müsste in so einem fall das aufmerksamkeitstraining vor der eigentlichen übung kommen.

meist würde man am liebsten gleich das unerwünschte  verhalten wegtrainieren
oder das verhalten des hundes anders einüben.
das ist aber bei weitem nicht der erste schritt!
klar, ein bisschen was geht meist schon,
aber die wirklich nachhaltige veränderung des verhaltens,
die dauerhaften lernerfolge sind so nicht zu bekommen.
dazu braucht es schon den richtigen aufbau im training.

als faustregel:
erst mal ruhe reinbringen und aufmerksamkeit kriegen,
dann die ursachen und den hund selber verstehen
und dann erst kann man sich an die gewünschte verhaltensänderung machen.
(wie man die etappen und das training richtig aufbaut, stell ich dir im zweiten video der oben genannten reihe genauer vor. also gleich bestellen, wenn dich das interessiert. ).

 

 

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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