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mit mehreren hunden üben: mit diesen tipps klappt’s am besten – teil 1

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wer mehr als einen hund hat, stösst nur allzubald auf die frage: wie übe ich mit mehreren hunden am besten?

man stellt nämlich ganz schnell fest, dass das oft gar nicht so leicht ist.

weil man sich nicht nur auf einen konzentrieren kann.
weil der eine den anderen ablenkt.
weil sie zu zweit weniger aufmerksam sind.
und so weiter….

die erste und simpelste antwort
(achtung: nicht die einzige! da kommen noch andere)
ist natürlich:

einzeln üben

wenn ein hund was neu lernen soll,  geht es ohne ablenkungen immer am einfachsten.
eh klar, oder?

der zweite hund ist aber immer eine ablenkung!
(jeder weitere natürlich auch)

damit fällt es dem hund schwerer, sich auf den menschen und auf die lernaufgabe zu konzentrieren, wenn der andere auch noch da ist und man mit dem ja spielen könnte – oder stumme blicke wechseln :-).

vor allem aber: es fällt auch dem menschen schwerer!

schließlich braucht der auch konzentration auf den hund und die lernaufgabe,
damit das timing der belohnung passt,
damit man den hund im richtigen moment anspricht,
damit man genau weiss, wann der hund eine kurze pause braucht.

all das ist oft mit einem hund alleine ganz schön anspruchsvoll,
mit zweien ist man da schnell überfordert.

was macht man zum beispiel im leinentraining, wenn der eine grad zieht – dann soll man ja stehenbleiben, damit er mit dem ziehen an der leine nicht weiterkommt und sich damit selbst belohnt.  aber straft man damit dann nicht den, der doch grad an lockerer leine unterwegs war?

daher gilt grade im leinentraining:

unbedingt einzeln aufbauen!
erst, wenn jeder hund zuverlässig auch mit etwas ablenkung an lockerer leine laufen kann, fängt man mit beiden gemeinsam an.
und dann wieder ganz einfach und mit vielen belohnungen am anfang, damit die übung nun zu zweit gefestigt wird.

zusatztipp:
wenn es dann mal passiert, dass einer noch schön locker läuft und der andere zieht und man stehenbleiben muss – dann unbedingt gleich mal ein leckerchen für den, der’s grad richtig gemacht hat! dann bekommt der seine belohnung fürs richtige verhalten und alles ist gut.
kleiner nebeneffekt: der andere dreht sich dann auch schnell um, wenn er das merkt und – voila! – die leine ist wieder locker und es kann weiter gehen.

zu zweit festigen

jede übung muss natürlich irgendwann auch zu zweit funktionieren.
das ist aber ein eigener trainingsschritt!

die voraussetzung:
jeder hund kann es erst mal alleine wirklich gut.
jeder hund kann es auch dann noch gut, wenn es rundum etwas ablenkung gibt.
jeder hund kann die übung auch schon auf einem etwas schwierigeren niveau.

wenn das gegeben ist, beginnt das training zum festigen der übung zu zweit.

dazu ist es wichtig, dass man erst mal wieder zurück geht auf ein einfaches niveau.

also zum beispiel
– nur ein kurzes stück an der leine in ruhiger umgebung
– nur ein kurzes “bleib” ohne ablenkung rundum
– ein gleichzeitiges “platz” drinnen auf weichem boden

danach steigert man dann schrittweise die anforderungen.

und zwar so, wie es für die hund passt.
genauer: so wie es für den hund passt, der es noch nicht so gut macht.
der wäre nämlich schnell überfordert, wenn es immer nur nach dem tempo des “besseren” geht.

genau das aber wollen wir vermeiden!

damit derjenige, der’s vielleicht schon etwas besser könnte, sich nicht langweilt, ist daher noch eines wichtig:
kurze übungseinheiten!

mit kurz meine ich: vielleicht grad mal 3 oder 4 wiederholungen, oder vielleicht grad mal 1 minute lang.

das dafür aber gern häufiger am tag…

der zweite hund als helfer

der zweite hund muss nicht unbedingt nur als ablenkung gesehen werden.
unter bestimmten umständen kann der sogar eine trainingshilfe sein!

nämlich dann, wenn er die übung schon gut kann.
und besonders, wenn er sowieso ist, dem’s der andere gern nachmacht.

hunde haben ja die tendenz, das zu machen, was auch der andere macht
(“soziale fazilitation” heißt das dann)
und das kann zwar einerseits hinderlich sein, aber manchmal auch fürs training genutzt werden.

dazu 3 kurze beispiele:

  • kommen:
    wenn ein hund gut und verlässlich kommt, wenn man ihn ruft, dann “nimmt” er oft den anderen mit.
    einfach deswegen, weil bewegung zum mitlaufen verleitet. läuft der zweite dann also mit dem ersten gleich mit – und zwar zurück zum menschen – und bekommt dafür noch belohnung, hilft das enorm beim rückruf-training und beim aufbau des signals.
  • bleiben:
    ruhig sitzen bleiben und warten geht viel leichter, wenn man neben einem anderen hund sitzt, der da auch ganz entspannt und gelassen wartet – und noch besser, wenn man zwischen zweien von der sorte sitzt. die anderen fungieren dabei fast wie ein “anker” und der aufbau vom “bleib” geht so meist schneller.
    (achtung: einzeln üben muss man natürlich trotzdem, denn der “anker” muss ja auch wieder abgebaut werden!)
  • neues:
    wer einen etwas vorsichtigen oder unsicheren hund hat oder grad einen neuen mit wenig vorerfahrungen aufgenommen hat und schon eine coole socke von hund zuhause hat, hat glück. der neue tut sich meist viel leichter damit, in souveränder hundegesellschaft neue dinge kennenzulernen.
    manchmal reicht es auch, wenn ein anderer hund eine schwierige sache einfach vormacht – über die gefährliche brücke gehen oder ein hindernisgerät im training überwinden – und der andere beobachten kann, dass keine gefahr droht und sich eher heranwagt.
    aber achtung: das kommt natürlich ganz drauf an, wie groß die angst ist.  also dem neuen trotzdem genug zeit lassen und einfühlsam bleiben.

bleiben jetzt noch 3 fragen:

  1. wie macht man das beim trick-training oder mit suchspielen?
  2. kann man mit 2 hunden gleichzeitig clickern?
  3. wie bringt man ihnen bei, dass immer nur der angesprochene reagiert?

das alles gibt es dann im zweiten teil nächste woche.
also blog abonnieren (kostenlos, einfach gleich unten eintragen), wenn du den zweiten teil nicht verpassen magst!

 

 

 

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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