hundeerziehung ist keine einbahnstrasse: wo der mensch gefordert ist

ich mag das wort hundeerziehung nicht besonders.
das klingt so, als müsste nur der hund was lernen.
was weit an der sache vorbei geht.

das, was der hund für sein eigenes leben brauchen würde, kann er sowieso.
die anpassung an die anforderungen der menschenwelt ist das, was lernen erst erforderlich machen.
das aber muss erstens der mensch definieren (was wirklich für den eigenen alltag notwendig ist)
und zweitens der mensch dem hund beibringen.

wir hätten es somit mehr mit einer “dem-hund-beibringung” zu tun.
das muss der mensch erst mal können, denn einiges ist dabei zwar leicht,
anderes geht dem menschen aber tendenziell gegen die natur und muss daher erkannt und dann auch angewandt werden.

was uns gleich zum nächsten punkt bringt:
wissen alleine reicht nicht.
um das wissen auch umsetzen zu können, braucht es übung und gutes timing.
und: die kontrolle über die eigenen emotionen und impulse!
(ist dir schon mal aufgefallen, dass du oft impulskontrolle vom hund erwartest und selber die nerven verlierst, wenn er sie nicht hat?)

zum glück lässt sich das alles lernen und schulen – wenn man erst mal weiß, worauf es ankommt.
was der hund für eine erziehung zur alltagstauglichkeit brauht und was die wichtigsten 7 dinge sind, die ein hundemensch dafür wissen und können muss,  erkläre ich im detail demnächst im webinar “der alltagstaugliche hund und die 7 dinge, die der mensch dafür können muss”, zu dem du dich gleich hier anmelden kannst (kostenlos)

es gibt nämlich drei zentrale aufgaben, in denen der mensch gefordert ist.
damit der hund mit seinem alltagsleben auch gut zurechtkommt.
es ist nämlich so:
was der hund als gewünschtes verhalten abliefern soll, fängt beim menschen an!

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1. klare anleitung

es klingt banal, geht aber furchtbar oft schief:
damit der hund das “richtige” tun kann, muss er wissen, was überhaupt das richtige ist.
eine feld unendlicher möglichkeiten für missverständnisse tut sich hier auf.

nehmen wir nur das hochspringen am menschen.
das will dieser offenbar so haben, weil er es ja jedesmal belohnt.
manchmal gibt es sogar doppelte belohnung:
von dem menschen, den man anspringt und der dann so nett mit einem rangelt.
und vom eigenen menschen, der einen von hinten was zuruft und einen offenbar noch anfeuert.
wie soll der hund da je herausfinden, dass die anspringerei höchst unwillkommen ist?

oder schauen wir uns das laufen an der leine an.
die wenigsten hunde haben verstanden, dass sie die leine locker durchhängen lassen sollen.
wozu auch: am schnellsten kommt man weiter, wenn man zieht.
und bietet der mensch gelegentlich widerstand, hängt man sich stärker in die leine.
manchmal bekräftigt einen der mensch dafür auch noch mit einem aufmunternden “langsam” oder “he!”

der hund ist völlig chancenlos, wenn er keine klare anleitung vom menschen hat.
der mensch hat also den job, ihm
a) klar zumachen, was “richtig” ist und
b) das “richtige” ausreichend oft zu belohnen, so dass der hund das verkehrte erst gar nicht mehr macht.

2. gute führung

auch wenn der hund weiß, was “richtig” wäre, ist er nicht immer in der lage, das auch richtig hinzukriegen.

ja, er weiß, dass er niemanden anspringen soll.
ja, er hat gelernt, dass er auf das rückrufsignal sofort kommen soll.
und ja, er ein wenig geübt, dass er an der leine gesittet an anderen hunden vorbeigehen soll.

doch dann geht die aufregung mit ihm durch,
der hase springt vor ihm auf
oder er bekommt es mit der angst zu tun.
dann sind seine impulse und emotionen stärker.

der job des menschen besteht darin, den hund möglichst nicht in eine situation zu bringen, die er nicht mehr schafft.
wieviel abstand braucht er zu einem anderen hund, um cool bleiben zu können?
wie aufgeregt ist er gerade und hat er noch genug impulskontrolle für den freilauf?
was würde ihn jetzt gerade überfordern (oder auch unterfordern im training)?

der mensch braucht einiges an hundeverstand und muss seinen hund gut “lesen” können, um ihm ein guter begleiter sein zu können.
denn nur an einem umsichtigen und guten begleiter kann sich der hund auch orientieren und seinen rückhalt finden.

3. kompetente problemlösung

es lässt sich kaum vermeiden.
früher oder später gibt es ein problem mit einem verhalten des hundes,
das kann ein großes thema sein oder nur eine kleinigkeit
(vielleicht nimmt man’s nicht mal wirklich als “problem” wahr),
aber hunde sind nun mal nicht perfekt und die menschen auch nicht.

kein drama.
man muss sich nur drum kümmern.
man kann nicht erwarten, dass es von selber verschwindet
oder der hund irgendwie plötzlich damit aufhört.

es ist aufgabe des menschen,
erstens die ursache fürs problem herauszufinden
und zweitens dem hund einen weg aus dem problem heraus zu zeigen.

der grund fürs problem ist dabei selten der hund alleine.
denken wir nur an die vielen hunde, die im freilauf wunderbar mit anderen hunden auskommen,
an der leine aber zum pöbel mutieren.
das andere ende der leine ist dabei meist das größere problem.
dort muss auch die lösung anfangen.
und klar, auch der hund muss danach dann gezeigt bekommen und üben, dass hundebegegnungen an der leine in zukunft anders ablaufen.

wenn es ein problem gibt, ist der hund immer darauf angewiesen, hilfe von seinem menschen zu bekommen.
er selber kann das nicht lösen.

 

das ist schon einiges, was ein hundemensch da wissen und können muss.
es wäre unfair (auch sich selber gegenüber) das vorauszusetzen oder zu erwarten, dass man das von vorneherein kann.
dazu gibt es hundetrainerInnne, hundebücher und hundeschulen (man muss allerdings die guten rausfinden!).

der wichtigste schritt ist jedenfalls, zu erkennen,
dass man als mensch genauso lernen muss wie der hund.
und sich rasch einen überblick zu verschaffen, was man braucht.
die wichtigsten 7 dinge erfährst du im kostenlosen webinar “der alltagstaugliche hund und die 7 dinge, die der mensch dafür können muss”

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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