ablaufdatum für signale? warum dein hund nicht immer gleich hört

der hund hört nicht aufs signal (jedenfalls nicht immer und schon gar nicht gleich).
das eines der häufigsten probleme von hundemenschen.

haben signale etwa ein ablaufdatum?

schließlich klappt am anfang alles gut,
man bringt dem neuen hund sein “sitz” oder “zu mir” bei und schon macht er, was man möchte.
es dauert gar nicht lang, bis er das kann.

und dann?
warum klappt es danach nicht auf ewige zeiten problemlos?
schließlich kann er’s ja.

nun, erstens sind da natürlich die fehler, die sich im alltag so einschleichen:

  • man sagt das signal im falschen moment
  • der hund ist grade zu abgelenkt
  • man wiederholt das signal ein paar mal
  • oder lässt es manchmal auch bleiben

und schon hat der hund gelernt, dass das signal nur dann gilt, wenn es ihm grade gefällt.
(weil er’s ja dutzende male hört und ignoriert).
das signal rutscht also in die “erworbene bedeutungslosigkeit”, es nutzt sich ab, wird stumpf und ist irgendwann kaputt.
so weit ist das ja nichts neues.

aber achtung!

gefahr der abnutzung

selbst wenn dir nur selten ein fehler passiert, besteht die gefahr der abnutzung!
denn jedes signal “kostet” den hund ja etwas:

  • es unterbricht sein verhalten oder hindert ihn dran, ein verhalten (das er selber gerne machen würde) auszuführen
  • er muss aufmerksamkeit aufbringen und ein im kopf gespeichertes verhalten abrufen, was anstrengender ist, als einfach seinen impulsen zu folgen
  • er muss einen bestimmten bewegungsablauf wiederholen, der vielleicht anstrengend ist (sich 10mal hinsetzen oder öfter mal schnell angelaufen kommen)

das geht normalerweise alles problemlos, wenn ein signal schön positiv aufgebaut wurde.
und wenn es nicht überstrapaziert wird!

zu viele wiederholungen ermüden nämlich,  sowohl körperlich als auch im kopf!
das geforderte verhalten wird anstrengend und vor allem langweilig.

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der hund verliert das interesse an häufig wiederholten signalen

wenn der mensch dann außerdem mit der belohnung sparsam ist (weil der hund das verhalten ja schon lange kann), dann schwindet auch die motivation mal gerne.
oder aber man ist noch im übungsaufbau und gibt die belohnung jedesmal und so oft, dass der hund schon pappsatt ist oder das interesse dran verliert (es gibt ja nicht nur labradore, denen sowas eher nicht passiert 🙂 ).

was also tun?

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wichtig ist erst mal, sich vor augen zu halten, dass signale sich abnutzen können.
und dass wir daher sehr behutsam mit ihnen umgehen, damit wir uns nicht die schöne aufbau-arbeit kaputt machen.
vor allem aber, damit die signale genau dann, wenn wir sie wirklich brauchen auch wirklich funktionieren!

bestimmte signale nutzens ich sogar noch schneller ab, als andere:
meist der rückruf: weil wir ihn so oft im falschen moment verwenden, am ehesten fehler machen und mit der höchsten ablenkung strapazieren.
oft das sitzen: weil es sehr häufig gefordert wird und meist so wenig macht, wenn der hund sich nicht gleich hinsetzt, dass wir nicht konsequent sind.
häufig das bleiben: weil der hund gern mal überfordert wird und es noch gar nicht ausreichend gefestigt war.

hier sind daher ein paar tipps, wie man gezielt der abnutzung entgegenwirkt,
gleich am beispiel des rückrufs, weil es ja besonders wichtig ist, dass der auch wirklich funktioniert.

1. signal auffrischen

im alltag wird der rückruf ja meist nur dann eingesetzt, wenn man es braucht – also dann, wenn es für den hund am schwierigsten ist und am wenigsten spaß macht.
im training war das ja immer genau umgekehrt: es hat großen spaß gemacht, gab tolle belohnung und kaum ablenkung.

zum auffrischen stellt geht man wieder auf die trainingsbedingungen zurück.
man macht also den rückruf wieder zu etwas, was der hund super findet, wo es tolle belohnungen gibt und der hund es auch leicht schaffen kann.
das “lädt” das rückrufsignal wieder mit spaß und positivem auf und wirkt so der abnutzung entgegen.

leg also immer mal wieder eine runde signal-auffrischung ein (wie oft kommt auf deinen hund an und darauf, wie oft du das signal im alltag brauchst. eventuell lohnt es sich auch, ein neues signal aufzubauen, falls das alte nicht mehr wirklich zu retten ist).

2. signal sparen

ein signal wird natürlich umso weniger abgenützt, je weniger es zum einsatz kommt.
also unnötig verwendet wird.

und da können wir uns wohl alle mal an der nase nehmen und genau hinschauen,
wann wir denn das signal wirklich brauchen, wann wir denn den hund wirklich rufen müssen
und ob es nicht ok ist, wenn er mal einen moment länger schnüffelt und wir einen augenblick warten.

oder ob es nicht klüger ist, ihn an manchen strecken kurz mal an die (lange) leine zu nehmen,
damit wir nicht jede minute rufen müssen.

beobachte einfach mal, in welchen momenten und wie oft du den hund rufst und was davon wirklich notwendig ist
(und was nur ein tribut an unser kontrollbedürfnis).

3. signal reservieren

oft genug lässt sich grade das rückruf-signal aber nicht weiter “einsparen”, weil der alltag es erfordert.
oder es wird zusätzlich abgenutzt durch kinder in der familie, die den hund halt gern mal rufen,
oder durch partnerInnen, die sich nicht an die trainingsvorgaben halten.

dann wird es natürlich extra heikel, weil sich das ausmaß der abnutzung nur bedingt durch regelmäßiges auffrischen ausgleichen lässt.
und grade in schwierigen situationen – wie bei hundebegegnungen oder bei davonlaufenden rehen – greift das normale rückrufsignal dann gar nicht mehr.

für solche situationen lohnt es sich, ein besonderes signal aufzubauen und ausschließlich für diese momente (und für sich selber!) zu reservieren.
dann hat man neben dem normalen rückruf, den man halt häufiger verwenden muss, noch einen ganz besonderen und extra toll aufgebauten  spezial-rückruf, der nur in diesen schwierigen situationen zum einsatz kommt und dann auch wirklich funktioniert!

ein solcher “super-rückruf” ist erstaunlich schnell aufgebaut, macht dem hund wirklich spaß und hält – wenn man gut drauf aufpasst – jahrelang!
(im kurs “super-rückruf” geht das in 3 wochen! ein neuer durchgang startet übrigens demnächst, infos findest du hier).
außerdem hat man dann die sicherheit, dass dieses spezial-signal auch wirklich greift, wenn man’s braucht!

 

 

 

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brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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