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by brigid

März 26, 2017

frühlingsgefühle gibt’s auch beim hund – nicht nur beim menschen :-).

(beim hund waren sie sogar früher da, evolutionär gesehen).

die ersten warmen tage, alles wächst und sprießt,  die vögel zwitschern wie verrückt – und der hund ist auch ein bissl verrückt.

springt rum, schnüffelt, was das zeug hält und ist die hälfte der zeit nicht ansprechbar.
oder mehr.

vor allem, wenn’s ein junger hund in seinem ersten frühling ist!

so sehr man sich selber über den frühling  freut, so sehr kann der aufgedrehte und „taube“ hund manchmal nerven.

also was tun?

frühlingsgefühle beim hund

 

 

 

 

 

 

erst mal muss man die 3 verschiedenen arten von „frühlingsgefühlen“ unterscheiden:

1.  frühlingsfreude

wenn es endlich wieder warm ist und draußen alles soooo intensiv riecht, macht das leben gleich nochmal mehr spaß!

es gibt ja auch hunde, die regen und schnee, nässe und kälte hassen und die bei mistwetter nur ungern eine pfote ins freie setzen.
(meine gehören da nicht dazu…seufz… gut für sie… aber…)

denen geht’s wohl wie mir, wenn endlich der letzte schnee weg ist, endlich die milden tage kommen und die sonne lacht!

das ist übrigens ein faktor, der sich auch auf die hunde massiv auswirkt!

schließlich macht es einen riesenunterschied, ob der mensch an der seite des hundes gut drauf ist, fröhlich losmarschiert und die zeit draußen ganz entspannt genießt!

(auch meine winterfröhlichen hunde sind dieser tage viel lustiger drauf – weil ich so erleichert bin, dass der winter endgültig vorbei ist).

was zu tun ist bei frühlingsfreude?

nichts, einfach genießen. spaß haben.
(und höchstens ein bisschen aufpassen, dass es der hund nicht gar zu arg treibt).

2. frühlingsstress

der übergang vom winter auf den frühling bringt auch einiges an stress mit sich.

schließlich muss sich der hundeorganismus da ganz schön umstellen!
winterfell ausziehen und sommerfell wachsen lassen,
die temperaturregulierung adjustieren. und was immer noch so im hundekörper vor sich gehen mag, wenn die tage wieder länger werden.

ältere oder kranke hunde belastet diese übergangszeit besonders,
aber auch für junge hunde kann es anstrengend werden.
vor allem, wenn es heftige wetterumschwünge gibt.

dazu kommt, dass man im frühling womöglich viel mehr zeit draußen verbringt,
viel längere spaziergänge macht oder ausflüge unternimmt – weil es ja endlich wieder schön ist und es einen so nach draußen zieht!

das kann schon mal zuviel des guten werden – ein prächtiger muskelkater oder stress durch zu viele neue eindrücke und zuwenig zeit zum schlafen können die folge sein.

also aufpassen, wieviel der hund zu verkraften hat und alles mit maß und ziel angehen!

3. frühlingshormone

das frühjahr ist die zeit der fortpflanzung.
die hündinnen werden läufig, die (intakten) rüden hochmotiviert…. auf andere hunde zumindest.

da wird jedes grasbüschel stundenlang inspiziert, doppelt so viel markiert wie sonst,
das interesse am hinterteil des anderen steigt in ungeahnte höhen…
(das interesse am eigenen menschen sinkt proportional dazu in ungeahnte tiefen).

und es kann schon mal sein, dass der herr jungrüde versucht, auf alles und jedes aufzureiten – was bei weitem nicht immer sexuell motiviert sein muss!

denn steigt der hormonspiegel, steigt automatisch der stresspegel mit. das geht gar nicht anders.
das sexualhormon testosteron steht in enger wechselwirkung mit dem stresshormon adrenalin, die treiben sich gern gegenseitig hoch.

kurzfristig ist das zu verkraften – wenn sonst nicht auch noch zu viel stress dazu kommt.
längerfristig wird das zur belastung. also aufpassen!

was zu tun ist?
– unbedingt jeden unnötigen stress vermeiden!
– das aufreiten ruhig und gleich unterbinden (es führt zu noch mehr stress und ist für den anderen hund nicht fein)
– gegenseitiges bedrängen der hunde durch ruhiges dazwischengehen verhindern
– „hitzigen“ artgenossen (beider geschlechter!) aus dem weg gehen, um konflikte zu vermeiden
– geduld und ruhe bewahren (irgendwann ist der frühling auch wieder vorbei).

der hund, der von seinen frühlingsgefühlen grad gebeutelt wird, kann oft nicht anders als er grade tut.
also nachsichtig sein. noch besser: umsichtig unterwegs sein!

also noch rechtzeitiger als sonst dran sein, wenn man vom hund was will – solange er noch ansprechbar ist.
und geduld, geduld, geduld 🙂

(dass strafe und schimpfen unfug sind, gilt sowieso.
hormone bestrafen geht sowieso nicht).

viel spaß trotz allem mit dem frühling!

 

über die autorin 

brigid

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.