der hund wird bei suchspielen hektisch, wie gibt’s das denn?

suchspiele sollen den hund ja beruhigen und stress abbauen, wie gibt es das dann, dass ein hund bei suchspielen hektisch wird?
dass das bei denkspielen vorkommen kann, ok.
(die ursachen dafür gibt’s hier nachzulesen)

dass ein hund generell mal hektisch und nervös sein kann, ist auch bekannt
(und falls deiner dazu gehört, hab ich demnächst im webinar “wenn der hund hektisch wird” ein paar wirklich gute tipps für dich, du kannst dich gleich hier dazu anmelden (kostenlos):

aber bei suchspielen hektisch werden???

ja, das gibt’s!

gemeint ist damit jetzt nicht bloß ein hund, der sich ganz begeistert in eine suchaufgabe stürzt und sie versucht, im laufen zu erledigen
(wo andere ruhig und gemächlich vor sich hinschnüffeln).

gemeint sind wirklich die hunde, die beim suchen ganz fahrig und nervös werden,
die womöglich während des suchens immer hektischer werden statt ruhiger.

was ist da bloß los?

nun, da ist natürlich was schief gelaufen.
in aller regel eines (oder womöglich mehrere) dieser dinge:

1. falsch aufgebautes suchen

wie die suchspiele am anfang aufgebaut werden, spielt eine große rolle.
lernt der hund von anfang an, konzentriert zu suchen und wirklich seine nase einzusetzen?
wird das spiel ruhig gehalten (damit es dem hund leicht fällt) und schön schritt für schritt schwieriger gemacht?
dann wär alles gut.

aber oftmals läuft das so ab, dass ein paar leckerchen für den hund in die wiese geworfen werden und die soll er dann suchen.
für den hund heißt das erst mal:
– große aufregung (gleich viele leckerchen und dann noch geworfen!)
– suchen mit den augen (weil er der wurfbewegung folgt)
– hektisches hin und her rennen und leckerchen aufsammeln (statt gezielt zu suchen)

wenn du das vermeiden magst (oder aber neu aufbauen, falls es schon passiert ist), dann gibt’s genau dafür den kurzkurs “such genau”, damit ins suchspiel die gewünschte ruhe einkehrt und der hund dadurch tatsächlich ruhiger wird.

tipp: in aller ruhe die suche nochmal neu aufbauen und immer nur ein einziges leckerchen verstecken.

2.  überforderung mit der suchaufgabe

stell dir mal vor, da wird ein superspannendes leckerchen vor deine nase gehalten und du bist schon ganz gierig danach.
dann musst du eeeeeeewig warten, während der mensch mit verstecken beschäftigt ist.
und dann endlich darfst du los und denkst, du hast das gleich.

aber es ist ganz verflixt: es sollte doch gleich da sein, aber da ist es nicht!
oder noch fieser: man riecht es ganz deutlich, aber es ist außer reichweite.
es ist zum aus der haut fahren!

so geht es den hunden wohl manchmal mein einem suchspiel, wo sie grade überfordert sind.
das kann in einem zwischenstadium im training passieren, wenn der hund anfängt, mit dem kopf “zu arbeiten” – sich also denkt: “ich weiß genau wie’s geht, das muss genau dort liegen” statt schön die nase einzusetzen.
wenn das leckerchen aber eben grade nicht dort ist, kann das frustrierend sein und hektische aktivität auslösen.
(je nach hundetyp, manche geben auch einfach auf).

es passiert schon auch mal, wenn man das erste mal etwas ein stück weiter oben versteckt oder gar außer direkter reichweite in den baum hängt.
oder eben immer dann, wenn die aufgabe für den hund zu schwer ist, er aber voll motiviert losstartet und dann mit dem frust nicht umgehen kann.

dann schafft der hund es nicht mehr,  sich zu konzentrieren und genauer zu schnüffeln, sondern wird hektisch und fahrig.
was natürlich auch nichts bringt.

tipp:  aufpassen, dass die suchaufgabe nicht zu schwierig ist oder – wenn’s doch mal passiert ist – abbrechen und eine einfachere suche gleich danach machen, damit es wieder ein erfolgserlebnis gibt.

3.  überdrehter hund

wenn der hund grade super aufgeregt und völlig überdreht ist, fehlt ihm manchmal das bisschen ruhe, um konzentriert zu suchen.
er schafft dann vielleicht ein einfaches suchspiel und würde dadurch auch wieder etwas ruhiger werden.
er schafft aber nicht, was er normalerweise mit links hinkriegt.

dadurch macht man das suchspiel natürlich zu schwierig und es kann damit enden, dass der hund einfach nur hektisch rumrennt.
die leistung bei der nasenarbeit ist nämlich abhängig davon, wie gestresst der hund grade ist.
die nase kann zwar trotzdem gerüche sehr gut wahrnehmen, aber kann sich nicht ausreichend konzentrieren, um die gerüche (bei einer schwierigeren suche) genau zu verfolgen und zu verarbeiten und wird auch schnell ungeduldig.

wenn man nicht immer nur ganz einfache suchspiele machen mag, dann gilt natürlich folgender
tipp: drauf achten, dass der stresspegel des hundes nicht zu hoch wird und er sowieso schon hektisch ist.
(mehr dazu dann im webinar “wenn der hund hektisch wird”, also gleich hier anmelden!)

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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