BLOG


by brigid

Februar 18, 2024

aufregung beim hund

aufregung beim hund ist für jeden phasenweise ein thema.
welpen und junghunde kommen darum nicht herum,
spannende begegnungen und trubel im leben sorgen nochmal extra dafür.

die aufregung kann aber auch gelernt werden und zum phänomen der „konditionierten aufregung“ führen.
das macht uns das leben in ganz bestimmten situationen extra schwer,
wenn genau dann die konditionierte aufregung zuschlägt.

da können wir noch so viel gelassenheit trainieren und maßnahmen gegen stress umsetzen,
das hilft gegen die konditionierte aufregung nur bedingt.

selbstverständlich muss man erst mal die normale aufregung in den griff bekommen.
dazu gibt es die besten fünf tipps demnächst im neuen (kostenlosen)  webinar „aufgeregt, hibbelig, überdreht? wie man wieder ruhe reinbringt“, für das du dir gleich hier deinen platz reservieren kannst:

was ist konditionierte aufregung?

konditionierte aufregung liegt dann vor,
wenn der hund auf einen bestimmten ort oder eine bestimmte situation mit großer aufregung reagiert,
selbst wenn dazu gar kein anlass besteht oder er selber sonst völlig gelassen ist.

der auslöser alleine reicht schon und der hund dreht hoch.
weil er das in der vergangenheit so gelernt und abgespeichert hat.

„gelernt“ bezieht sich in diesem fall auf die lernform der klassischen konditionierung,
bei der der hund bestimmte emotionen und gemütszustände fix mit einer situation verknüpft.
es geht also weniger um das verhalten – wie zum beispiel bei einer sitz oder bleib-übung –
sondern um die emotionale reaktion des hundes.

ein beispiel:
der hund hört die türklingel und fährt wütend oder begeistert bellend hoch,
selbst wenn gar niemand an der tür ist und niemand ins haus kommt.
das geräusch der klingel genügt schon, um ihn so reagieren zu lassen,
wie er sonst auf besucher oder fremde im haus reagieren würde.

wie entsteht konditionierte aufregung?

konditionierte aufregung entsteht immer dann,
wenn der  hund eine bestimmte situation mehrfach und immer wieder als sehr aufregend erlebt.

er assoziiert dann die situation oder einzelne elemente davon mit hoher aufregung.
er speichert quasi ab: xy ist immer super aufregend.
und reagiert daher völlig automatisch mit einem hochschnellen seines erregungspegels,
wenn er der situation auch nur irgendwie nahe kommt.

ein beispiel:
wir gehen mit dem welpen oder junghund in die hundeschule.
das ist natürlich super aufregend,
denn da ist alles neu, es gibt spannende artgenossen, er darf vielleicht spielen und toben mit denen.
es gibt lustige spiele und tolle belohnungen vom menschen.
und in der regel viel zu viel davon auf einmal.

sprich: hundeschule ist mega! und super aufregend!
läuft das ein paar mal hintereinander genau so ab,
dreht der hund schon hoch, wenn er in die nähe der hundeschule kommt.
später fiept er vielleicht schon 3 kilometer davor im auto, weil er weiß wo’s hin geht.

er hat eine fixe verknüpfung zwischen dem ort hundeschule und großer aufregung hergestellt.
die folge:
er reagiert selbst dann aufgeregt, wenn man an der hundeschule auch nur vorbeigeht,
außerhalb der betriebszeiten und wenn kein einziger hund da ist.
alleine der ort sorgt schon für aufregung.

was tun?

am besten wäre es, wenn konditionierte aufregung erst gar nicht entsteht.
dazu wäre es nötig, dass der hund bestimmte potentiell aufregende situationen
am besten schon beim ersten mal als halbwegs ruhig kennenlernen kann.

wenn man zum beispiel dafür sorgt,
dass die ersten paar besuche im haus sehr ruhig abgehen und man den hund mit einem kauartikel beschäftigt hält,
oder dass hundebegegnungen nicht unweigerlich zu wildem toben miteinander führen,
sondern man auch ruhig vorbeigehen kann, etc.
dann züchtet man sich erst gar keine konditionierte aufregung heran.

allerdings klappt das nur,
wenn der hund nicht sowieso schon aufgeregt ist.
(wie man das erreicht, besprechen wir dann im webinar „aufgeregt, hibbelig, überdreht? wie man wieder ruhe reinbringt“,)

die konditionierte aufregung kann ja nur dort entstehen,
wo der hund seine große aufregung mit dem grade erlebten verknüpft.

in der praxis passiert es oft, dass man die entstehung nicht ganz vermeiden kann.
man denke nur an den aufbruch zum spaziergang, der gerade bei jungen hunden mit großer aufregung verbunden ist.

wenn man schon die eine odere andere konditionierte aufregung beim hund hat,
bleibt nur eines: umprogrammieren.
dem hund zeigen (und ermöglichen!), dass es in genau dem moment auch ganz ruhig zugehen kann.

wie man dabei genau vorgeht, schauen wir uns nächste woche im blog an.
(gleich abonnieren (kostenlos, jederzeit abbestellbar) und nicht verpassen)

 

 

 

über die autorin 

brigid

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.