bist du tatsächlich beste/r freund/in für deinen hund? die drei wichtigsten tipps dafür

beste freunde. das sind die hunde für den menschen ja angeblich. und tatsächlich. zumindest, wenn es nach den kategorien loyalität, zuneigung ohne jede bedingungen und ehrlichkeit geht. ausserdem kann sich keiner so gut freuen wie dein hund, wenn du heimkommst oder auch nur aufwachst :-).

jetzt ist bloß die frage: bist du für deinen hund auch der beste freund/die beste freundin?

wär doch schön, wenn das auf gegenseitigkeit beruht!
und vielleicht ein ziel fürs neue jahr, für jeden tag davon.

hier sind mal die drei wichtigsten dinge, die dich zum besten freund/ zur besten freundin deines hundes machen.

zum überprüfen…
als anregung…
als erinnerung für jeden tag…

1.  ihr teilt freud und leid

den alltag teilst du mit deinem hund ja ohnehin. den täglichen spaziergang auch, nehm ich mal an. aber was teilst du sonst noch mit ihm? gute freunde verbindet, dass sie gemeinsam was unternehmen, woran beide freude haben. das kann euer spaziergang sein – wenn du spaß dabei hast und dein hund das rumschnüffeln und laufen genießen darf.

was noch?

unterordnungstraining ist vermutlich nicht ganz so weit oben auf der hitliste deines hundes, wenn auch vielleicht auf deiner schon. mit auf die party oder das familienfest könnte für den hund schon eher in die kategorie „geteiltes leid“ fallen. schau doch mal genau hin, woran dein hund wirklich freude hat. und du auch.

oft braucht es dazu gar keine großartigen unternehmungen. abends gemütlich auf dem sofa nebeneinander liegen beim fernsehen. der extra happen, den du ihm nur so zum spaß für ein suchspiel versteckst. ein entspanntes lächeln, wenn dein hund sich grad begeistert in was stinkigem wälzt (und es eh schon zu spät ist)…. ihr findet sicher genug freudiges an einem tag.

meine challenge für dich: find jeden tag 10 momente, wo ihr was schönes miteinander teilt!

ja, und dann gibt es da die weniger schönen tage. wenn dein hund krank ist. wenn du kummer hast. wenn ihr ein paar tage getrennt sein müsst. was auch immer…. auch das bewältigt ihr natürlich gemeinsam.  denk dran, dass dein hund genau wie du traurig, müde, bekümmert oder schlecht drauf sein kann. und nimm rücksicht drauf, sei für ihn da.

(interessanterweise fällt es den meisten leichter, das leid zu teilen und für den hund da zu sein, wenn es ihm schlecht geht, als bewusst die freude miteinander zu genießen. drum gibt es einen extra online-kurs „glücklicher hund“, bei dem es mal nur ums freuen geht. vielleicht was für euch? nähere infos findest du hier )

2.  ihr versteht euch wortlos

das wortlose verstehen ist ja nachgerade ein klischee. in sachen hund ausserdem kaum vermeidbar. denn dein hund spricht natürlich nicht in worten mit dir. er spricht mit seinem ausdruck und seinem körper. und genauer und viel rascher als deine worte versteht er wiederum deinen ausdruck und deine körpersprache.

also könntest du genausogut auch schweigend mit deinem hund unterwegs sein und kommunizieren.

mein tipp:  probier das doch mal aus! nur 10 oder 20 minuten für den anfang.

das macht echt spaß und verbindet dich sehr viel enger mit deinem hund als die vielen sätze, die wir im lauf des tages auf den hund einprasseln lassen.

und schau genau, was dein hund dir sagen will! schau dir auch mal ganz genau all die fotos von euch miteinander an. was sagt die körpersprache deines hundes da wirklich?

es gibt nämlich ziemlich viele missverständnisse. grade, wenn wir glauben, der hund freut sich genauso wie wir. ich hab hier mal wahllos ein bisschen nach bildern von hunden und ihren menschlichen freunden gesucht und das ergebnis ist ernüchternd.

schau mal:
hund mensch kl 1

hund mensch kl 2

mensch hund kl 3

 

 

 

 

 

jeder der drei menschen freut sich ganz offensichtlich – aber keiner der hunde! alle drei hunde sind im stress, bedrängt, nicht grade glücklich!

also bitte genau schauen. und hundesprache gut lesen (lernen).

(wenn du inputs dazu brauchst, gibt es die drei webinare „hundesprache 1 – 3“ und fürs praktische üben den online-kurs „hundesprache verstehen“ dazu!)

 

3. du lässt ihn nicht im stich

das klingt jetzt banal. schließlich bist du ganz sicher niemand, der seinen hund an der tankstelle aussetzt, ihn hungern lässt oder im nächsten tierheim abgibt, wenn es unbequem wird. das wären sozusagen die großen katastrophen, wo ein hund im stich gelassen wird.

im alltag gibt es aber auch oft momente, wo dein hund dich braucht!
oft so unauffällige kleine, dass wir gar nicht so drauf achten und den hund ganz unabsichtlich ein bisschen im stich lassen.

für den ist das trotzdem nicht schön. unabsicht hin oder her.

grade hunde, die mit der einen oder anderen sache schwierigkeiten haben oder unsicher reagieren, brauchen umsichtige führung. was das heißt?

zum beispiel:

  • genügend abstand halten, wenn ihr einem anderen hund begegnet. damit deiner sich nicht bedrängt fühlt oder genügend selbstbeherrschung für entspanntes verhalten aufbringen kann, statt drauflos zu stürmen.
  • schieb dich selber als pufferzone zwischen allfällige „gefahren“ und deinen hund. und gefahr ist übrigens nicht das, was du dafür hältst, sondern was dein hund dafür hält – so lächerlich es für dich auch sein mag.
  • schütz deinen hund vor übergriffen von streichelwütigen besuchern, aufdringlichen menschen oder stürmischen kindern. sie meinen es alle nicht bös, aber für deinen hund ist es im gelindesten fall unangenehm, im schlimmeren fall bedrohlich und enorm stressig. dein hund ist kein streicheltier für andere, also schütz ihn davor!
  • respektier seine belastungsgrenzen. verwechsle aufregung und stress nicht mit ungehorsam oder aufsässigkeit. manchmal kann dein hund in seinem hohen erregungspegel gar nicht anders, als er grade tut. er tut dir das nicht zufleiß! sorge für ruhe und gelassenheit, dann kann er sich auch wieder „benehmen“ wie gelernt (und falls er das falsche gelernt haben sollte, dann änder das 🙂 )
  • lass ihn nicht in fehler hinein laufen, sondern zeig ihm rechtzeitig was du möchtest. warte also nicht, bis dein hund hysterisch bellend in der leine hängt oder durchgeknallt deine besucher anspringt – und schimpf dann oder steh ratlos im hintergrund. steuer jede situation so, dass dein hund sie erfolgreich bewältigen kann.

dazu sind freunde schließlich da!

ich wünsch dir und einem vierbeinigen besten freund viele wunderschöne momente und eine vertiefung eurer freundschaft im neuen jahr!

 

 

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

Comments are closed.