BLOG


by brigid

September 13, 2026

kommandos hundeerziehung

man gibt dem hund das kommando „sitz“, „platz“, „fuß“ und ähnliches.
so sind wir es gewohnt.
kommandos scheinen ein fixer bestandteil der hundeerziehung zu sein.

selbst hundemenschen, die nicht mit dem hund herumkommandieren wollen, verwenden oft das wort „kommando“.
dabei gibt es einen viel besseren begriff: signale.

was auf den ersten blick wie wortklauberei klingt, geht in wirklichkeit viel tiefer.
es geht um eine andere sichtweise auf hundeerziehung und ein anderes verständnis der kommunikation mit dem hund.

in der hundeerziehung wird vieles einfach so gemacht, wie es eben immer gemacht wurde.
dabei wäre es höchste zeit, das gründlich zu überdenken und eine neue herangehensweise zu finden.
weit über einzelne begriffe hinaus.

das nehmen wir uns alles intensiver und konkret für den alltag aufbereitet in der neuen masterclass „hundeerziehung neu denken“ vor. du kannst dich gleich hier dazu anmelden (kostenlos):

was ist ein kommando?

laut duden ist ein kommando ein kurzer, fester und laut geäußerter militärischer befehl.
in die hundeerziehung gelangte das kommando schlicht dadurch, dass sie ihre wurzeln in polizei und militär hat.

das problem mit dem wort kommando ist, dass auch diese militärische bedeutung mitschwingt.
ein kommando hat befolgt zu werden, und das umgehend.
auf knopfdruck.

wer seinem hund ein kommando gibt, erwartet mehr oder weniger bewusst, gehorsam vom hund.
ganz nach dem motto „ich sage dir, was du zu tun hast – und du hast das dann zu tun!“.

reagiert der hund daraufhin nicht wie gewünscht oder erwartet oder nicht schnell genug,
bekommt das den beigeschmack von ungehorsam und befehlsverweigerung, vielleicht sogar rebellion.
entsprechend fallen die reaktionen des menschen aus.

was ist ein signal?

ein signal hingegen ist ein zeichen (eine geste, ein ton, ein wort),
das eine festgelegte bedeutung hat und eine information zwischen sender und empfänger überträgt.
es geht hier primär um kommunikation, also um mitteilungen.

dem hund dient ein vorher gelerntes signal außerdem als ankündigung.
nimmt er das signal wahr, so weiß er, dass ihm ein bestimmtes verhalten nun eine belohnung oder einen erfolg einbringen wird.

ein mensch, der ein signal gibt, geht unbewusst anders mit der reaktion des hundes um.
das ausführen des gewünschten verhaltens wird nicht als „na das ist ja das mindeste, dass er gehorcht“ gewertet,
sondern als erfolgreiche strategie des hundes wie des menschen.

macht der hund mal nicht, was das signal abfragt,
dann steht im vordergrund die frage, warum er der einladung oder erfolgsankündigung nicht folge leisten wollte oder konnte.
oder ob man selber beim timing ungenau war oder dem hund das signal noch gar nicht klar genug vermittelt hat.

warum macht das einen unterschied?

man könnte denken, dass ein einziges wort keinen großen unterschied macht.
dem ist aber nicht so und das aus zwei gründen.

erstens transportieren wörter bedeutungen, auf die wir unbewusst reagieren.
es fühlt sich anders an, zu kommandieren als signale zu übermitteln,
unser ganzer gestus ändert sich dabei, die körpersprache ist anders und nicht zuletzt unsere erwartungen sind andere.
für den hund und unsere beziehung zu ihm macht das einen riesenunterschied.

zweitens ist es eine frage dessen, wie sehr man den umgang mit dem hund bereits reflektiert hat.
schließlich wollen wir hunde nicht mehr „abrichten“ oder dressieren, keinen kadavergehorsam oder unterwürfigkeit erwarten.
da ist es nur logisch, dass wir auch nicht kommandieren und fix davon ausgehen,
dass der hund alles zu tun hat, nur weil wir es gesagt haben.

ein partnerschaftlicher umgang mit dem hund erfordert neben verständnis und vertrauen eben auch eine andere herangehensweise an die hundeerziehung, die sich nicht zuletzt in den verwendeten begriffen zeigt.

 

über die autorin 

brigid

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.