3 wichtige fakten über die ernährung des hundes

was die richtige form der ernährung des hundes ist, darum toben mitunter wahre religionskriege.
aber keine sorge, ich werde hier nicht “die eine einzige” form der fütterung vorschlagen.

wenn man überlegt, wie man den eigenen hund ernähren möchte, dann spielen dabei einige faktoren eine rolle:
– was verträgt der hund gut?
– wie versorgt man ihn mit allem, was er braucht?
– hat er unverträglichkeiten auf bestimmte lebensmittel oder zusatzstoffe?
– hat er bestimmte krankheiten, die besondere anforderungen an seine ernährung stellen?

erfahrungsgemäß spielt eine große rolle noch, was für den menschen am praktischsten ist.
(auch wenn ich persönlich das eher nachrangig einstufen würde).

wie immer man sich aber entscheidet,  ein kritischer blick auf die zusammensetzung des futters ist immer wichtig.
und um die inhalte richtig einschätzen zu können, sollte man drei grundlegende fakten über die ernährung des hundes kennen.

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1.  “fleischfresser” hund?

es ist ein großer aberglaube, dass der hund biologisch ein fleischfresser wäre.
das stimmt für das vorläufermodell, den wolf (weitgehend jedenfalls).

nicht aber für den hund!

der hund hat sich aus dem wolf ja vor allem deswegen entwickelt, weil mit den ersten menschlichen siedlungen eine neue nahrungsquelle entstand:
der menschliche abfallhaufen.
da gab es futter, das man nicht erst energieaufwendig jagen musste,
sondern das zum abholen bereit lag – wenn man sich rantraute.

so entstanden aus den weniger scheuen wölfen allmählich die hunde
die sich in der nähe der menschlichen behausungen ansiedelten.
aus dem ehemaligen jäger wolf wurde der beutestöberer hund,
selbst der schädel des hundes formte sich um und hat weniger kräftige kiefer als der wolf.

denn für das, was auf so einem frühzeitlichen abfallhaufen einzusammeln ist,
braucht es keinen kräftigen biss.
da lagen im wesentlichen reste von speisepflanzen, ein paar abgenagte knochen und
– daher die grausigen vorlieben mancher hunde – menschlicher kot.

die “natürliche” nahrung des hundes besteht also nicht bloß aus fleisch.
hunde sind allesfresser und keine reinen fleischfresser.
mit einer fast nur aus fleisch bestehenden ernährung tut man ihnen daher nichts gutes.
ganz im gegenteil, eines der größten problem – auch fürs verhalten – entsteht durch ein zuviel an protein in der ernährung.
(mehr dazu gibt’s hier nachzulesen).

2.  “böses” getreide?

getreide hat in den letzten jahren einen schlechten ruf bekommen,
nicht nur in der menschenwelt und mit der steigenden unverträglichkeit auf hochgezüchtete weizensorten und hohen glutengehalt.
sondern auch in der hundeernährung.

der hund könne getreide gar nicht verdauen, heißt es.
das stimmt nur zum teil.
richtig ist, dass der darm des hundes deutlich kürzer ist als der von reinen pflanzenfressern
und damit getreide nicht so gut aufschließen kann.
allerdings haben studien inzwischen herausgefunden, dass der hundedarm besser für die kohlehydratverarbeitung geeignet ist als der des wolfes.
(kein wunder, wenn man alles mögliche als “natürliche” ernährung frisst, muss man auch alles mögliche verdauen können).

kohlehydrate dürfen nun nicht gleichgesetzt werden mit weizen, das wäre ein denkfehler.
bei weizen und stark glutenhaltigen anderen getreidesorten ist zurückhaltung durchaus geboten.
aber hirse, reis oder pseudogetreide (wie buchweizen) eignen sich durchaus als bestandteil des hundefutters
(am besten mit viel wasser zum brei geköchelt, damit es noch leichter verdaulich ist)
und kartoffeln oder süßkartoffeln sind sogar bestandteil vieler ausschlussdiäten, wenn auf lebensmittelallergien getestet wird.

3. versteckter zucker

was tatsächlich gar nicht in die ernährung des hundes gehört, ist zucker.
der industriell hergestellte zucker ist für uns menschen schon problem genug
und macht mindestens die selben probleme im hundekörper.

wieso ich zucker überhaupt erwähne, wo doch ohnehin niemand auf die idee käme, den hund mit zucker vollzustopfen
(oder ihn gar für hunde giftige schokolade oder zuckerersatzmittel wie xylit fressen zu lassen?).

weil es versteckte zuckerquellen in produkten gibt, die man für den hund guten gewissens kauft.
paradoxerweise sogar und ausgerechnet in kauartikeln, die als “zahnpflege” für den hund angepriesen werden.
ein blick auf die inhaltsstoffe kann da sehr ernüchternd sein
(kleine anmerkung: inhaltsstoffe werden in der reihenfolge aufgelistet, wie es der enthaltenen menge entspricht.
steht also an zweiter oder dritter stelle schon zucker, dann macht zucker den zweit- oder drittgrößten teil des produkts aus).

 

fazit:
egal, wie du deinen hund ernährst: schau genau auf die inhaltsstoffe und die zusammensetzung dessen, was in den hundenapf oder als kauartikel oder leckerchen zwischendurch in den magen gerät!

ps: welche verhaltensaspekte rund ums thema fütterung und hundenapf zu beachten sind, dazu gibt es mehr im webinar “futter und verhalten”, das du hier bestellen kannst).

über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.

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