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by brigid

August 22, 2015

in der hundeausbildung gibt es doch dinge, da hört sich der spaß auf, nicht? alles lieb und positiv und trallalla ist ja schön und gut, aber wenn es wirklich um was geht, dann muss das einfach klappen!

stimmt das?

ja.
im prinzip jedenfalls.

klar muss der hund alles aus dem maul abgeben, was gefährlich sein könnte.
sicher muss er sich benehmen, wenn ihr anderen hunden oder sonstigen lebewesen begegnet.
und definitiv muss dein hund kommen, wenn du ihn rufst. sonst gibt es keinen freilauf.

aber.
natürlich kommt jetzt ein aber!
aber das heißt noch lange nicht, dass du jetzt plötzlich andere seiten aufziehen und dem hund auf streng kommen muss.

ganz im gegenteil!

grade, bei den dingen, die wirklich wichtig sind, kommt es drauf an, dass dein hund mit begeisterung bei der sache ist, und nicht gegen seinen willen und aus gehorsamkeit und wegen deiner einschüchterung so halbwegs mitmacht.

hier sind 3 gründe dafür:

1.  motivation ist alles!

gehst du lieber deinem lieblingshobby nach oder einer lästigen pflicht? doofe frage, eh klar.
deinem hund geht es natürlich genauso. der trick besteht nun darin, ihm die wichtigen dinge zum lieblingshobby zu machen statt – wie meist – als lästige pflicht zu verleiden. begeisterung motiviert hundertmal besser als alles andere.

bau dein training also von anfang an so auf, dass dein hund gerade die wichtigen dinge voller begeisterung richtig macht und sich schon drauf freut, wann er das endlich wieder tun darf! für den hund ist das nicht schwer – vom menschen erfordert es des öfteren ein umdenken!

 

2. mit freude lernt man besser

die lernpsychologie hat es bewiesen: positive emotionen erleichtern das lernen. wenn du gut gelaunt und entspannt bist, werden lerninhalte besser aufgenommen und besser abgespeichert. angst, einschüchterung und druck hingegen hemmen den lernerfolg und blockieren das abrufen von schon gelerntem.

noch dazu lernen hunde sehr kontext-abhängig. drum führt strafe (und strenges auftreten ist schon eine form von milder strafe) meist dazu, dass dein hund etwas nur dann nicht macht, wenn du dabei bist, ihn siehst oder in reichweite bist. er soll gerade die wichtigen dinge aber aus eigenen stücken tun wollen und beständig! positiv gelerntes ist daher auch viel verlässlicher!

 

3.  freude stärkt eure beziehung

wenn es drauf ankommt (egal weswegen) brauchst du vor allem eines: einen hund, der dir vertraut und der sich in der krise dir zuwendet und „nachfragt“, was jetzt zu tun ist. es ist viel einfacher, so einen hund bei sich zu halten und schwierige situatione zu bewältigen, als wenn dein hund dich im zweifelsfall ignoriert oder gar meidet.

wenn du alles positiv trainierst und mit freude aufbaust, dann stärkt das eure beziehung ungemein und du wirst auch für die krise der sicherheitsanker für deinen hund!

 

„gehorsam“ ist für viele von uns etwas, was uns gleich an strenge, an „jetzt musst du aber, sonst zeig ich’s dir“ und an druck denken lässt. schlicht, weil wir es selber nicht viel anders kennen gelernt haben! aber wer sagt denn, dass „gehorsam“ nicht genauso (oder mehr) bedeuten kann: begeisterung, freude, verlässliches lernen!

es liegt an dir, wieviel freude dein hund bei den wichtigen dingen des lebens hat! und wie gut sie daher funktionieren :-).

 

ps: wenn du das kommen konsequent positiv und mit begeisterung aufbauen möchtest, dann ist der neue online-kurs „kommen wie gerufen“ vielleicht was für dich, der gerade startet und bei dem dein hund lernt, voller begeisterung sofort zu dir zu rennen, wenn du ihn rufst. hier ist mehr info dazu.

 

 

 

über die autorin 

brigid

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.