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wenn nachbars hunde (oder kinder) zum bellen verleiten

es könnte so gemütlich sein mit dem hund im garten,
wären da nicht der hund des nachbarn, der an den zaun schießt,
oder die hellen quietscher der spielenden kinder,
die den hund aufschrecken und ihn bellend zum zaun rennen lassen.

von sich aus wäre er ja ganz gechillt und ließe jeden menschen am zaun problemlos vorbei,
aber bestimmte geräusche regen ihn auf
und die aufregung macht sich dann lautstark luft.

hund bellt

das ist natürlich lästig.

für einen selber, der man in ruhe die zeit im garten genießen will.
womöglich für die nachbarn, die sich über den bellenden hund beschweren.
jedenfalls aber für den hund selber, der sich ja permanent aufregen muss – und daher auch die zeit im garten nicht genießen kann.

was also tun?

vorweg:
bellen gehört zum hund.
zu manchen mehr, zu anderen weniger.
es ist nicht per se ein „problemverhalten“.
es ist aber sehr wohl ein problem, wenn es nicht bei zweimal täglich einem kurzen wuffer bleibt,
wenn der hund grad was hört draußen,
sondern wenn oft und regelmäßig gebell losbricht.
denn das trägt jedenfalls zum aufbau von stress bei hund (und beim menschen) bei.

folgende möglichkeiten sollte man daher ins auge fassen,
gegen die bellerei vorzugehen.

1. management

die einfachsten methoden sind oft management-maßnahmen,
die helfen sollen, den hund erst gar nicht der quelle der aufregung
(also dem nachbarshund oder dem kindergeschrei oder ähnlichem) auszusezten.

man kann für räumliche trennung sorgen:
ein sichtschutz am zaun hilft vielen hunden ruhiger zu bleiben,
vor allem, wenn es vor allem der anblick des anderen hundes
oder die merkwürdigen bewegungen nebenan sind,
die den hund zum bellen provozieren.

eine andere möglichkeit wäre ein zusätzlicher zaun,
mit dem eine problematische ecke im garten abgezäunt wird,
oder der dafür sorgt, dass der hund nicht direkt zum eigentlichen gartenzaun kann,
falls er sich angewöhnt hat, dorthin zu preschen,
weil für ihn andere lebewesen direkt an der grundstücksgrenze störenfriede darstellen.

dabei kommt es klarerweise auf die jeweiligen gegebenheiten an,
was davon umsetzbar und sinnvoll ist.

schließlich kann man noch überlegen,
für zeitliche „trennung“ zu sorgen.
also nur dann mit dem hund gemeinsam im garten zu sein,
wenn nachbarshund nicht draußen ist oder die kinder anderswo spielen.

das erfordert etwas, was sowieso sinnvoll wäre:
der hund muss daran gewöhnt sein, alleine im haus zu bleiben (und zu entspannen!)
auch wenn seine menschen im garten werkeln oder relaxen.
das braucht er nämlich sowieso, damit er auf seine täglichen schlafenszeiten kommt,
auch wenn seine menschen den halben tag im garten verbringen.

2. stressreduktion

zu wenig schlaf ist ja eine der häufigsten ursachen für eine erhöhte stressbelastung beim hund.
(und stress nichts anders als zu viel aufregung im hundealltag).

was das mit dem bellen im garten zu tun hat?

ziemlich viel.

denn je mehr stresshormone im hundekörper vorhanden sind,
desto generverter reagierter der auf alles mögliche.

ganz besonders auf geräusche.
erhöhte geräuschempfindlichkeit ist ein ganz typisches merkmal von stress.
der hund nebenan oder die spielenden kinder klingen dem hund dann unterträglich nervig.

entsprechend reagiert er dann.
umso heftiger, je höher der stresspegel ist,
weil der dann ja kaum noch impulskontrolle hat
und sehr impulsiv wird.

es lohnt sich also in jedem fall,
den stresspegel des eigenen hundes zu überprüfen,
wenn bellen im garten zum problem wird
(denn – achtung – das bellen trägt zum stress noch extra bei!)
vor allem, wenn das problem phasenweise besser und dann wieder schlimmer wird
und womöglich damit zu tun hat, wie der eigene hund grad drauf ist.

3. trigger training

die wirksamste methode gegen das bellen besteht im training.
konkret: im trigger training.

dabei programmieren wir die bedeutung des „triggers“ – also das, was den hund zum bellen verleitet – um.
stand der nachbarshund bislang für „aufregung am zaun“
oder das quietschen der kinder nebenan für „ungutes geräusch verbellen“
werden genau diese dinge nun mit der bedeutung „tolles kekse“ aufgeladen.

und zwar: bevor der hund bellt!
es gibt da den einen moment, wo der hund den kopf hebt
(unweigerlich!)
bevor er zu bellen anfängt.

spätestens in diesem moment regnet es leckerchen.
noch besser: sie fallen in dem augenblick vom himmel,
wenn der nachbarshund grad auftaucht oder die kinder in den garten kommen.

anfangs kann man dem hund tatsächlich eine handvoll kekse vor die nase streuen,
später ruft man den hund beim allerersten auftauchen eines triggers sofort zu sich
und er holt sich die leckerchen vom menschen.

braucht man dazu ein paar trainingseinheiten und die eigene aufmerksamkeit?
ja, klar.
allerdings viel weniger, als man denken sollte.
macht man das konsequent einige wenige tage lang,
hat man sich damit dann aber ein problem auf viele jahre hinaus vom hals geschafft.
es lohnt sich also allemal!

und wenn er schon bellt?

wenn der hund schon mal bellt, wird die sache deutlich schwieriger.
denn dann hat die gewohnheitsmäßige reaktion schon eingesetzt,
die aufregung ist in die höhe geschnellt
und die selbstbelohnende wirkung des bellens hat bereits eingesetzt.

womöglich gibt es auch eine reaktion vom anderen hund oder den kindern,
die der hund als belohnung für sein bellen interpretiert.

da bleibt einem dann oft nur, den hund wegzurufen
oder ihn von zaun wegzuholen.
auf dauer ist das definitiv keine lösung.

was auch noch einen weiteren grund hat.
das abrufen birgt nämlich ein großes risiko mit sich
(und nein, dabei geht es nicht um den rückruf, der womöglich weniger gut klappt).

diese gefahr besteht auch – oder gerade dann – wenn es wegrzfen super funktioniert!
was das ist (und wie man damit umgeht), damit beschäftigen wir uns nächste woche genauer.
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über

brigid weinzinger ist tiertrainerin und verhaltensberaterin für hund, katz, pferd und mensch. sie bloggt auf www.denktier.at über das leben mit tieren und tipps für deren ausbildung.