teamwork-übung
Blickkontakt

hunde sind ja von sich aus durchaus kooperativ und interessiert daran, eine verbindung mit ihrem menschen zu halten. meist sind es eher unauffällige kleine dinge, mit denen sie das tun, die der (ungeschulte) mensch nur allzuoft gar nicht mitkriegt. allen voran der blickkontakt! 


die gelegentlichen blicke freundlich zu erwidern, die der hund dem menschen zuwirft und mit denen er von seiner seite die verbindung aufrecht hält, ist eine der einfachsten möglichkeiten, gemeinsam statt nebeneinander unterwegs zu sein, sich als präsenter und würdiger ansprechpartner seines hundes zu erweisen und stummes einverständnis herzustellen. 


das muss meist ein wenig geübt oder gar wieder ausgegraben werden, wenn der hund vielleicht schon längst aufgegeben hat, weil da nie eine "antwort" kam. genau dazu ist diese übung da! sie sollte eigentlich fixer bestandteil jeder grunderziehung des hund-mensch-teams sein (finde ich jedenfalls).


das mensch-hund-team wird losgeschickt und soll zwei bis drei minuten gemeinsam unterwegs sein (am trainingsplatz, im gelände davor, je nach vorlieben). in dieser zeit soll der mensch
a) ganz bewusst darauf achten, wie oft ihm der hund einen blick zuwirft. (achtung: das sind flüchtige kurze momente, weil der hund ja mit direkten blicken zurückhaltender ist).

b) jeden blickkontakt des hundes "beantworten": mit einem sanften blick, mit einem kurzen leisen wort, mit einem unmerklichen nicken, mit einem ausatmen und entspannen, vielleicht sogar ein paar mal mit einem leckerchen (falls der hund sehr abgelenkt ist).
c) beobachten, ob und wie sich das miteinander im laufe dieser paar minuten verändert.

DIE ÜBUNG

WI​CHTIGE TIPPS

sollte der hund dem menschen gar nicht mehr von der seite weichen:

keine oder kaum leckerchen fürs belohnen nehmen und etwas weniger intensiv "antworten". der hund soll ja auch rumschnüffeln, erkunden und sich im eigenen tempo bewegen können und nicht in dauerbereitschaft sein.


sollte der hund anfangs den menschen gar nicht anschauen: 
(was oft mal passiert, wenn der hund entweder schon gelernt hat, dass blickkontakt ohnehin sinnlos ist oder aber wenn die umgebung viel zu aufregend ist).  anfangs mit ein paar leckerchen die aufmerksamkeit holen und dann rasch dazu übergehen, nur noch spontanen blickkontakt zu belohnen und schließlich leckerchen weglassen und die übung wie beschieben weiter führen.


nicht vergessen: ein blick des menschen ist nur dann eine belohnung, wenn er sanft und flüchtig ist. hunde empfinden intensiven blickkontakt oder gar anstarren als unhöflich bis bedrohlich! also den menschen auch zeigen, wie sie einen "weichen blick einsetzen können.
 

lass doch den menschen mal zählen, wieviele blicke sein hund ihm in den 2 oder 3 minuten spontan und unaufgefordert zuwirft. und was sich daran ändert, wenn er mal damit angefangen hat, die übung in die täglichen spaiergänge zu integrieren und ingesamt bewusster auf den blickkontakt seines hundes zu reagieren.

ZUSATZAUFGABE


in dieser kleinen übung steckt erstaunlich viel potential drin, dem menschen mehr gespür und einen anderen blickwinkel auf seinen hund zu vermitteln und das zusammenspiel des teams zu verbessern. einfach mal ausprobieren! 



noch sehr viel mehr an anregungen und konkreten übungen für die förderung und unterstützung der beziehung und der teamarbeit zwischen deinen zweibeinigen und vierbeinigen klienten gibt es ab juli im brandneuen kurs "team training". infos dazu in kürze!

copyright 2019 www.denktier.at